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Über als 1,4 Millionen Euro Förderung für die neue Brennstoffzellenheizung in der Wiernsheimer Lindenhalle freut sich Bürgermeister Karlheinz Oehler. Nun wird die Heizung ausgeschrieben.  Foto: Prokoph 

Wiernsheim startet die Klimarevolution – das steckt dahinter

Wiernsheim. Bis zum Jahr 2030 sollen die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland um 65 Prozent sinken. Das zumindest verkündete jüngst Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Gemeinde Wiernsheim hilft auf alle Fälle schon mal mit, dieses Ziel zu erreichen. Denn diese Woche bekam Bürgermeister Karlheinz Oehler die gute Nachricht, dass die geplante neue Heizung in der Lindenhalle, bei der eine Brennstoffzelle mit Wasserstoff betrieben werden kann, einen Bundeszuschuss von 1,4 Millionen Euro erhält. Nächster Schritt ist nun die Ausschreibung der Heizung.

Wiernsheim gilt somit sogar bundesweit als erste Gemeinde, die in ihrer Halle eine Brennstoffzellentechnik für die Heizung und Stromgewinnung installiert. Vor drei Wochen hatte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete des Enzkreises, Gunther Krichbaum, der ehemalige CDU-Landtagskandidat Philippe Singer, sowie die Vorsitzende des Wiernsheimer CDU-Ortsverbandes, Beatrix Kopahnke, mit Bürgermeister Oehler, Projektleiter Norbert Neuser von der Kommunalentwicklung sowie Achim Stuible, dem Leiter des Wiernsheimer Arbeitskreises (AK) Energie und Gemeinderat Wolfgang Hanisch als Mitglied des AKs getroffen (PZ berichtete), um den Förderantrag erneut auf den Weg zu bringen. Mit dabei war auch der Stuttgarter CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann als Wasserstoffbeauftragter der Bundesregierung.

„Ich sage schon seit zehn Jahren, dass den Brennstoffzellen die Zukunft gehört, freute sich Oehler nun über den Zuschuss. Denn schon im Jahr 2011 hat die weit über ihre Grenzen hinaus als energiebewusst bekannte Plattengemeinde eine Brennstoffzelle als Heizung und Stromlieferant im Wiernsheimer Kaffeemühlenmuseum installiert. „Eine neue Heizung funktioniert für die nächsten 30 Jahre“, sagte Oehler. Er hofft, dass der Wasserstoff dann künftig innerhalb der Europäischen Union in Spanien, Sizilien oder Griechenland produziert werden könnte.

Die Idee, die bisherige Ölheizung in der Lindenhalle mit einer Brennstoffzelle zu ersetzen, entstand bereits bei einer Sitzung des AK Energie im September. „Die Technik der Brennstoffzelle funktioniert zuerst mit Erdgas und lässt sich später dann problemlos im Leitungsnetz auf Wasserstoff umstellen“, erklärte der Leiter des AK Energie, Achim Stuible auf Nachfrage. Schon in den nächsten 15 bis 20 Jahren könne man damit rechnen, dass der Wasserstoff dann über 95 Prozent der CO2-Emissionen einspare. „ Wir freuen uns, wenn wir als Arbeitskreis Energie unseren Bürgern innovative Energiesparmodelle präsentieren können, die funktionieren und nun auch gefördert werden“, sagte der 51-Jährige.