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Die Kosten für die Herstellung der Broschüren haben sich zwölf Wiernsheimer Gemeinderäte, die für das Baugebiet stimmen, geteilt.  Foto: Prokoph 
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Vier Stunden lang haben die Wiernsheimer Gemeinderäte Walter Ruppert (links) und Uwe Bolz in Pinache die Broschüren für das Baugebiet „Mühlackerstraße“ ausgetragen.  Foto: Prokoph 

Wiernsheimer Räte verteilen Broschüren: Tag der Entscheidung über Neubaugebiet rückt näher

Wiernsheim. „Wir sind dem Gemeinwohl aller Bürger verpflichtet und handeln für alle“, steht in der Broschüre, die zwölf Wiernsheimer Gemeinderäte auf eigene Kosten finanziert und am Wochenende persönlich an alle Haushalte in Wiernsheim mit den Teilorten Serres, Iptingen und Pinache verteilt haben. In dem Druckwerk teilen sie mit, warum sie für das geplante Neubaugebiet „Mühlackerstraße“ gestimmt haben. Denn bedingt durch die aktuelle Corona Pandemie können vor dem Bürgerentscheid am 28. Juni, den eine Bürgerinitiative gegen das geplante Baugebiet mit 2,4 Hektar Fläche für rund 200 Bürger erwirkt hat, keine Bürgerversammlungen stattfinden.

Aus diesem Grund hat die Gemeinde schon in der vergangenen Woche eine Broschüre erstellt, in der die Gemeindeorgane, wie Bürgermeister und Gemeinderäte sowie die Bürgerinitiative zu gleichen Teilen zu Wort kommen. Jene Broschüre sorgte in der Wiernsheimer Bevölkerung allerdings für Ärger, weil den Gegnern des Baugebiets mehr Platz eingeräumt wurde als den Befürwortern. Diese Unverhältnismäßigkeit ergab sich aus den sechs Gegenstimmen innerhalb des Gemeinderats (PZ berichtete).

Zu den Gemeinderäten, die das Baugebiet am 20. November vergangenen Jahres mehrheitlich beschlossen haben, gehören von der Unabhängigen Liste Wolfgang Hanisch, Achim Stuible, Kevin Gillé, Gerhard Hudak und Marcel Kühn, von der CDU Jürgen Idziok, Holger Janowsky, Natalie Schuler und Walter Ruppert, Uwe Bolz und Hayo Raich von der SPD sowie Werner Amft (AfD).

„Wir haben die Broschüre am Samstag vier Stunden lang in Pinache verteilt“, berichten Walter Ruppert und Uwe Bolz. Schön sei dabei gewesen, dass sie mit vielen Bürgern dadurch ins direkte Gespräch gekommen seien und ihre Haltung erläutern konnten. Das Nein in der Broschüre bedeutet, dass das Baugebiet Mühlacker- straße gebaut werden darf. Denn die Frage des Bürgerentscheides am 28. Juni lautet, ob der Mehrheitsbeschluss des Gemeinderates zur Aufstellung eines Bebauungsplanes „Mühlackerstraße“ aufgehoben werden soll. Mittlerweile hätten schon 1200 Briefwähler ihre Stimme abgegeben, was eine hohe Wahlbeteiligung vermuten lässt. Das war in der jüngsten Wiernsheimer Gemeinderatssitzung zu vernehmen.

„Demokratie bedeutet, dass Mehrheitsbeschlüsse zu akzeptieren sind“, argumentieren die 12 Gemeinderäte in ihrer Broschüre geschlossen. „Wir haben Stand Februar 2020 insgesamt 6823 Einwohner, eine gute Infrastruktur und müssen für Jung und Alt gute Lebensbedingungen schaffen“, schreibt das Dutzend.

Und: Von allen Aufgaben, die der ehrenamtliche Gemeinderat gemeinsam mit der Verwaltung zu erfüllen habe, sei Landwirtschaft nur ein Themenbereich.