Kohlmeisen bei der Aufzucht in der Auswilderungsvoliere. Wie viele andere Wildtiere leiden auch sie derzeit unter Hitzestress.
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Wildtierbeauftragte warnt: Hitzestress auch für Wildtiere im Enzkreis - Vogeltränken im Garten helfen
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Enzkreis. Nicht nur Menschen und Haustiere leiden unter der aktuellen Hitzewelle: Auch Wildtiere geraten durch die extremen Temperaturen zunehmend unter Stress. Besonders kritisch ist die Lage derzeit, weil viele Tiere ihren Nachwuchs aufziehen. Die Wildtierbeauftragte des Enzkreises erklärt in einer Pressemitteilung, warum die Hitze für viele Jungtiere lebensgefährlich werden kann.

Jungtiere springen aus Nestern

"So viele Anrufe wegen aus der Höhle gefallenen Jungvögeln und Eichhörnchen wie zur Zeit hatte ich noch nie",

so der Mühlacker Revierförster Maximilian Rapp.

Die meisten Jungtiere seien schon sehr weit entwickelt, bei normalen Temperaturen würden sie aber noch ein paar Tage im Nest bleiben, wie er berichtet. Besonders betroffen seien alle Tierarten, die ihren Nachwuchs in kaum beschatteten Höhlen großziehen. Meisen beispielsweise würden ihr Nest durchaus auch in Dachrinnen bauen. Bei den derzeitigen Temperaturen werde das aber schnell zur Todesfalle. „Hitzespringer“ nenne man die Jungtiere, die aufgrund zu großer Hitze das Nest verlassen, um den lebensbedrohlich hohen Temperaturen zu entgehen.

Ob das Tier dann in menschlicher Obhut weiter aufgezogen werden solle, obliege einer fachlichen Abwägung.

"Einige Tiere können von ihren Eltern am Boden weiter versorgt werden",

so Rapp.

Zudem dürfe man sie auch nicht mit den sogenannten Ästlingen verwechseln, die ebenfalls derzeit zu finden sind. Ästlinge seien deutlich weiter entwickelte Jungvögel. Sie seien bereits vollständig befiedert und könnten auf ihren Beinen stehen. Diese Jungvögel würden von ihren Eltern versorgt und dürften daher nicht "gerettet" werden. 

Kohlmeisen in der Auswilderungsvoliere kurz vor der Auswilderung. Wie viele andere Wildtiere leiden auch sie derzeit unter Hitzestress.
Enzkreis, Sofie Bloß

Wildtierstation kontaktieren

Wer ein offensichtlich verletztes oder geschwächtes Jungtier findet, solle zuerst Kontakt zu einer fachkundigen Wildtier-Auffangstation aufnehmen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Das Forstamt Enzkreis rät davon ab, Wildtiere ohne Erfahrung selbst großzuziehen.

Das Ziel müsse jedenfalls immer die schnellstmögliche Auswilderung der Tiere sein. Dies gelinge nur mit viel Wissen, Erfahrung und einer entsprechenden Auswilderungsvoliere.

Wassermangel

Neben der Hitzebelastung wirke sich auch der Wassermangel auf die Tiere aus, heißt es weiter ind er Mitteilung.

"Flache Wasserstellen oder Vogeltränken im Garten, die regelmäßig gesäubert und mit frischem Wasser aufgefüllt werden, können den Tieren derzeit sehr helfen. Das gilt vor allem in Wohngebieten, die sich stark aufheizen",

so Sofie Bloß.

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