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Auf dem Podium des Ehrenamtstags in Neulingen diskutieren Referent Andreas Huber, Bürgermeisterin Birgit Förster, Erster Landesbeamter Wolfgang Herz, die Landtagsabgeordneten Stefanie Seemann (Grüne) und Erik Schweickert (FDP) sowie Landrat Bastian Rosenau (von links) miteinander. Foto: Roller
Auf dem Podium des Ehrenamtstags in Neulingen diskutieren Referent Andreas Huber, Bürgermeisterin Birgit Förster, Erster Landesbeamter Wolfgang Herz, die Landtagsabgeordneten Stefanie Seemann (Grüne) und Erik Schweickert (FDP) sowie Landrat Bastian Rosenau (von links) miteinander. Foto: Roller
06.12.2018

„Wir müssen wieder miteinander reden“: Ehrenamtstag in Neulingen findet Lösungen

Neulingen. Der Klimawandel erscheint unaufhaltbar, in den Ozeanen schwimmt immer mehr Plastikmüll, die biologische Vielfalt nimmt ab und Regenwälder werden abgeholzt. Nur einige der Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht. Wie kann man ihnen begegnen?

Die Antwort von Andreas Huber klingt beim ersten Hören banal: „Wir müssen wieder miteinander reden“, sagt der Geschäftsführer der „Deutschen Gesellschaft Club of Rome“ am Mittwochabend auf dem Ehrenamtstag der Stadt Pforzheim und des Enzkreises unter dem Titel „Brücken bauen statt Mauern – Zukunft braucht Engagement“ in Neulingen: „Die Mutter aller Probleme ist unser Ego.“

Viele Menschen seien nicht bereit, etwas zu ändern und miteinander zu kooperieren. Dabei sei genau das notwendig, um die Herausforderungen der Zukunft zu lösen und ein System zu schaffen, in dem es allen gut geht.

Der 37-Jährige, der in Pforzheim Wirtschaftsrecht studiert hat, beschreibt das derzeitige Verhältnis des Menschen zur Erde als eine zerstörerische, ausbeuterische Beziehung. Schlimmer noch: „Wir fühlen überhaupt nicht, dass wir mit diesem Planeten in einer Beziehung stehen.“ Dabei sei es höchste Zeit. Man müsse jetzt reagieren, sagt Huber, denn Veränderungen würden nicht einfach geschehen. „Wir können die Welt anders bauen, wenn wir wollen.“ Und das beginne bei jedem Einzelnen.

Huber motiviert seine Zuhörer, Veränderungen als Chance zu sehen und sich zu fragen: „Was macht mich wirklich glücklich und zufrieden?“

Freiwilliges Handeln ist wichtig

Eine Frage, die auch bei der vom Ersten Landesbeamten Wolfgang Herz moderierten Diskussion immer wieder auftaucht. Dabei steht im Fokus, wie nachhaltige Entwicklungen möglich sind – auch und gerade im Ehrenamt. „Die Gesellschaft braucht das Ehrenamt“, sagt der FDP-Landtagsabgeordnete Erik Schweickert. Und deshalb seien bessere Rahmenbedingungen dafür nötig.

In diesem Punkt ist er sich mit Stefanie Seemann einig. Die Landtagsabgeordnete der Grünen ergänzt, zusätzlich brauche es Menschen, die von sich aus schauen: „Wo kann ich mich einbringen?“

Auch Birgit Förster kennt die Sorgen und Nöte von Ehrenamtlichen. Zeit und ein offenes Ohr zu haben, ist für die Bürgermeisterin Niefern-Öschelbronns das Wichtigste. Tagtäglich sei sie mit den Menschen in Kontakt, investiere viel Zeit in Gespräche – auch dann, wenn sie nicht sofort eine Lösung parat hat. „Dann habe ich einen Bürger mehr dazu gebracht, auch seinem Nachbarn oder seinen Kindern zuzuhören.“

Auch für Bastian Rosenau spielt es eine große Rolle, respektvoll miteinander umzugehen, miteinander zu reden. Zu Beginn des Ehrenamtstags in Neulingen dankt der Enzkreis-Landrat den rund 250 anwesenden Ehrenamtlichen für ihr Engagement und ruft ihnen zu: „Sie sind im Grunde unbezahlbar.“

Mit der Veranstaltung wollen die Organisatoren – Stadt Pforzheim und Enzkreis – nicht nur Dank, Anerkennung und Wertschätzung zum Ausdruck bringen, sondern auch Impulse für die ehrenamtliche Arbeit geben, musikalisch umrahmt vom Saxofon-Ensemble des Bauschlotter Musikvereins.