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Ein Tag voller Spaß endete in Aufregung: Die beiden Jungs mussten privat abgeholt werden.  Foto: dpa 

Wirbel um Tripsdrill-Ausflug: Zwei Elfjährige aus Kämpfelbach im Vergnügungspark vergessen

Kämpfelbach. Eigentlich ist es der Traum so manchen Kindes: Einmal im Vergnügungspark vergessen werden! Aber als das zwei Jungs aus Kämpfelbach jetzt tatsächlich passiert ist, war die Aufregung sehr groß. Die beiden Freunde im Alter von elf Jahren waren im Rahmen des örtlichen Ferienprogramms in Tripsdrill – und wurden bei der Heimfahrt zurückgelassen. Die Mutter musste die Rückfahrt selbst organisieren.

„Wir sind froh, dass alles glimpflich ausgegangen ist“, sagt Sanem Öztürk. Bürgermeister Udo Kleiner bedauert sehr, dass es zu dem Vorfall kam. Es sei eine Verkettung unglücklicher Umstände gewesen, betont Kleiner, der selbst zu den Betreuern gehörte.

Der Ausflug (Gebühr: 18 Euro) in den Vergnügungspark ist beliebt und wurde im Ferienprogramm schon oft angeboten. Die Organisatoren vom Narrenbund Kakadu und dem Fußball-Fanclub Red Sox haben also Erfahrung, was den Ablauf angeht. Auch diesmal begann der Tag ganz normal: Gleich zu Ferienbeginn setzten sich gegen 9 Uhr zwei voll besetzte Busse in Bewegung. An Bord waren rund 100 Kinder zwischen acht und 15 Jahren, die sich schon auf die Holzachterbahn, das Waschzuber-Rafting und die Badewannen-Fahrt freuten. Auch ungefähr zehn Betreuer seien mit dabei gewesen.

Vor Ort waren die Kinder in betreuten Gruppen unterwegs. Falls von den Eltern erlaubt, durften sie sich ohne Aufsicht durch den Park bewegen – das war bei den beiden Jungs aus Bilfingen der Fall. Am späteren Nachmittag trafen sich dann alle zur vereinbarten Zeit vor dem Eingang, um rechtzeitig gegen 18 Uhr wieder zu Hause zu sein.

Zu spät am Treffpunkt

Die beiden Freunde kamen jedoch zu spät zum Treffpunkt – und der Bus war bereits weg. Sie suchten wohl zunächst nach der Kämpfelbacher Gruppe. Als das nichts brachte, meldeten sie sich gegen 18 Uhr telefonisch bei der Mutter. Die fiel aus allen Wolken – und sorgte dafür, dass die beiden Jungs privat abgeholt wurden. Auch die örtliche Polizei wurde alarmiert, die die Kinder wohlbehalten vor dem Park antraf.

„Da hätte Schlimmeres passieren können“, meint Sanem Öztürk, die hoch schwanger ist. Sie kann nicht verstehen, wie so etwas geschehen konnte. Da ging es den Verantwortlichen zunächst genauso, wie Bürgermeister Udo Kleiner betont. Erst nach und nach habe man die Sache aufklären können.

Nach dem Besuch im Vergnügungspark stiegen die Kinder wieder in die Busse und es wurde durchgezählt. Allerdings: Zwei Kinder wechselten den Bus – und so kam es dazu, dass in beiden Gefährten die Anzahl stimmte. Das Fehlen der beiden Kinder wurde nicht bemerkt.

Diese Erfahrungen werde man nutzen, damit es künftig nicht mehr zu solchen Vorfällen komme. Kleiner betont, wie sehr er das Engagement der Vereine beim Ferienprogramm schätzt. „Die Ehrenamtlichen leisten tolle Arbeit.“ Deshalb soll der Ausflug nach Tripsdrill auch weiterhin angeboten werden.