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Der Baumwipfelpfad zieht zahlreiche Touristen an. Foto: Meyer

Wohin geht’s mit dem Tourismus in Bad Wildbad?

Bad Wildbad. Der Tourismus in Bad Wildbad nimmt Fahrt auf. Über 350.000 neue Gäste sind im Jahr zusätzlich in der Stadt. Das birgt große Chancen, bringt aber auch neue Herausforderungen mit sich.

Bad Wildbad will sich aber nicht ausruhen, sondern die Entwicklung offensiv vorantreiben, sagen die Geschäftsführerin der Touristik Bad Wildbad, Stefanie Dickgiesser, und Bürgermeister Klaus Mack: „Wir sind von Bad Wildbads touristischer Zukunft fest überzeugt und wollen die Herausforderungen angehen.“

In einer Mitteilung gehen die beiden dabei unter anderem auf den Imagewandel der Stadt ein. Dabei würden die Verantwortlichen keineswegs nur auf Erlebnisangebote auf dem Sommerberg setzen. „Mit dem Projekt Staatsbad 4.0 wollen wir das Kurzentrum neu erfinden“, so Bürgermeister Mack. So wird vom Land derzeit das Kurhaus saniert. Zudem brauche es Lösungen für das Neue Eberhardsbad und die Vitaltherme, sagt der Bürgermeister.

Nach wie vor seien die Stadtverantwortlichen auch auf der Suche nach neuen Übernachtungsformen. „Wir führen mit potenziellen Investoren Gespräche“, sagt Dickgiesser. Ziel sei es, neuen Zielgruppen auf dem Sommerberg passende Angebote zu machen. Mit der Zertifizierung als nachhaltiges Reiseziel würden schon jetzt neue Übernachtungspakete geschnürt.

Verkehrlich stoße die Stadt jedoch an ihre Grenzen, heißt es in der Mitteilung weiter. Im Verkehrsgutachten anlässlich der Einrichtung des Baumwipfelpfades ging ein Verkehrsexperte noch von rund 15 Spitzentagen aus, an denen die Stadt einen Überlauf der Parkkapazitäten zu erwarten hat. Heute seien es über 30 Tage, insbesondere an Sonntagen.

„Natürlich freuen wir uns, dass im Moment die Stadt fast jeden Tag voll ist“, sagt der Bürgermeister. Man nehme aber die Kritik sehr ernst, dass man die Verkehrsproblematik besser in den Griff bekommen müsse. So werde man den Parkplatz Marienruhe besser ausschildern. In der Ladestraße habe man im Frühjahr zusätzliche provisorische Parkplätze geschaffen. In diesem Bereich könnte auch ein weiteres Parkhaus entstehen. „Im Blöcherweg testen wir derzeit eine Verschwenkung der Fahrbahn, um den Verkehr zu verlangsamen und damit die Anwohner besser zu schützen“, so der Bürgermeister. Mack spricht auch von einer zweiten Aufstiegshilfe auf den Sommerberg, mit der zwei Ziele erreicht werden könnten: Der Sommerberg könnte beispielsweise mit einer Sesselbahn weiterentwickelt und die Verkehrsströme in der Stadt entzerrt werden.

Dickgiesser und Mack wollen zunächst im Herbst eine offene „Zukunftswerkstatt Tourismus 2030“ veranstalten. Mit den Bürgern, den Leistungsträgern und Tourismusexperten soll geklärt werden, wo sich Bad Wildbad im Tourismus hin entwickeln soll. „Wir brauchen eine breite Diskussion, wie wir den Tourismus in den nächsten Jahren gestalten wollen“, sagt Klaus Mack.