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Über die Gemeinschaft beim „Signallichttreffen“ in Niebelsbach freute sich Initiator Tobias Kreiner (Mitte) im Gespräch mit den Teilnehmern Sascha Meyer (von links), Bärbel Wagner und Lars Würfel. 

Wohnen im früheren Einsatzfahrzeug: 65 Camper in Keltern beim „Signallichttreffen“

Keltern. Wenn Tobias Kreiner in sein Feuerwehrauto steigt, dann hetzt er nicht etwa zum nächsten Einsatz – sondern fährt gemütlich in den Urlaub: Der 27-Jährige aus Ellmendingen hatte sich mit dem Kauf eines ausgemusterten VW-Bus LT 35 einen Kindheitstraum erfüllt. Außen hat er das ehemalige Einsatzfahrzeug bis auf Abdeckungen für Blaulicht und Stadtwappen während der Straßenfahrt originalgetreu belassen. Das Innenleben jedoch hat er liebevoll zum Camper umgebaut, um mit seiner Partnerin entspannt auf Tour zu gehen.

„Alte Feuerwehrfahrzeuge haben oft wenige Kilometer drauf, sind technisch sehr gepflegt, haben praktischen Stauraum und sind meist gut geländegängig“, sagt der selbstständige Elektrotechniker über die Gefährte, an die man heute gar nicht mehr so einfach rankomme.

Schließlich ist ein richtiger Hype um die Umrüstung der Oldtimer zum Camper entstanden, was auch an Kreiners Initiative liegt: 2018 hat er begonnen, Freunde solcher Vehikel in der Community „Signallicht“ zu versammeln. Der Austausch und das Fachsimpeln über Technik und Umbau fanden nicht nur im Internet statt, sondern ein Jahr später beim ersten Treffen am Niebelsbacher Ortseingang. „Schnell sind Freundschaften entstanden und wir geben uns wertvolle Tipps – schließlich kommt in unseren Fahrzeugen kaum etwas von der Stange und man kann damit meist nicht einfach zur nächsten Werkstatt gehen“, so Kreiner. Wo sich 2019 noch zehn Fahrzeuge versammelt hatten, zogen am Wochenende beim vierten „Signallicht-Treffen“ ganze 65 Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge aus Deutschland und Österreich die begeisterten Blicke der Besucher auf sich.

Für Stimmung am Lagerfeuer sorgten DJ Martin „Lux“ Lukanz aus Bregenz am Bodensee auf dem Dach seines Feuerwehrautos sowie die Pforzheimer Band „Just In Case“.