Pünktlich zur Eröffnung des Stoppelmarktes in Neuenbürg zeigt sich die Sonne – und beschert der 17. Auflage durch Stadt und Wirtschaftsbund einen regen Besucherstrom. Der Dauerregen hatte dennoch dafür gesorgt, dass ein paar Händler aus ferneren Ortschaften wegblieben. Bürgermeister Horst Martin bittet bei der Begrüßung dafür um Verständnis: Solche Veranstaltungen würden immer ein Risiko darstellen. Umso mehr freut sich das Stadtoberhaupt über die rund 50 Krämerleute, Kunsthandwerker und Vereine, die sich vom Wetter nicht abhalten lassen und die Besucher mit allerlei Nützlichem und Schmackhaftem versorgen.
Musikalische Einstimmung
Steffen Müller, Vorsitzender des Wirtschaftsbundes, weist zudem auf die Leistungsschau „Enzia“ hin, die im kommenden Jahr am 22. April stattfinden soll. 2016 war diese wegen zeitgleicher Veranstaltungen ausgefallen. Nach der musikalischen Einstimmung durch die Jugendkapelle unter Leitung von Michael Pietsch und die Chorgemeinschaft Liederkranz Neuenbürg mit Dirigent Mark Ayzikov schlendern die Besucher von Stand zu Stand, schauen auch in den geöffneten Läden der Innenstadt vorbei.
„Ich gehe gerne auf Krämermärkte“, sagt Thomas Gerst aus Knittlingen, der mit Sohn Fabian gerade am Besenstand stöbert. Manche Handfeger sind so weich, dass sie auch kleinere Besucher zum Befühlen einladen. Unweit – und passend dazu – gibt es Brettchen mit der Aufschrift „Kehrwoche“. Deftige Bauernknacker und Dosenwurst sind ebenso zu finden wie Magenbrot, Äpfel, Liköre und Wärmendes von der Schäferei Matyas aus Hausen am Tann. Und wer etwas übers Möhren- und Gurkenschälen wissen will, braucht nur den Vorführungen von Jürgen Agler zuzuschauen. Seit eh und je auf dem Kirchplatz ist das Weißensteiner Gewürzhaus aus Pforzheim. „Ich bin sehr zufrieden“, freut sich Viola Katz-Delić über die vielen Stammkunden. Einer von ihnen ist Hartwig Schütz aus Engelsbrand: „Ich komme jedes Jahr hierher“, schätzt er die Qualität der Tees und Gewürze ohne Geschmacksverstärker.
Zwischen 200 und 300 Käsesorten hat der „Käsbär“ Waiblingen im Gepäck, besonders beliebt sind die dreierlei Bergkäse-Arten. „Der Anfang war durch den Regen etwas verzögert“, sagt Mitarbeiter Hendrik Mischko und sorgt für Nachschub am Probiertisch. Doch wenn es so bliebe, könne der Markt nur gut werden. Tatsächlich strömen um die Mittagszeit immer mehr Besucher durch die Gassen – auch Berthold Dittrich mit Frau Jeannette, Töchterchen Viola und Freunden. Die Sechsjährige lässt sich gerade eine Bratwurst schmecken. „Wir sind hier, um die Stadt zu unterstützen“, sagt der Waldrennacher. Etwas zu essen und zu trinken gehöre dazu. Bei dem kulinarischen Angebot der Vereine ist die Versuchung auch groß: Der Frauensingkreis Arnbach serviert zum Beispiel Wildschweintopf, der Bergwerksverein „Knappentopf“ und die Chorgemeinschaft Steakweck und jede Menge hausgemachten Kuchen.


Zahlreiche Besucher schlendern über den Stoppelmarkt in Neuenbürg
Fotos: Molnar


