Messi, Haaland, Kane: Die WM war geprägt von den Superstars des Weltfußballs. Aber auch andere zogen beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko große Aufmerksamkeit auf sich. Ob Spieler - oder wie in einem besonderen Fall auch ein Schiedsrichter. Wie geht es für sie weiter?
Vozinha
Er brachte Lionel Messi zur Verzweiflung, sorgte für Frust bei Spaniens Stars und schrieb die Geschichte dieser WM: Josimar José Évora Dias, genannt Vozinha. Der Torwart aus Kap Verde hielt die Null gegen den Europameister und war mit acht Paraden einer der Hauptverantwortlichen dafür, dass Argentiniens Fans in der Verlängerung des Sechzehntelfinales leiden mussten.
Weniger als 50 000 Follower hatte er auf Instagram vor dieser WM, am Final-Wochenende stand der 40-Jährige bei mehr als 29 Millionen. Diese Bekanntheit macht ihn nun über seine Fähigkeiten als Torwart hinaus interessant. Welcher Club davon profitiert, ist offen - Vozinha ist vereinslos.
«Das ist das Erste, was ich regeln will. Ich liebe Fußball. Ich habe diese Leidenschaft. Ich möchte noch mindestens ein oder zwei Jahre spielen», sagte er zuletzt. «Ich hoffe, ich finde ein Team, das mich als Fußballer will und nicht als Marketing-Figur.» Gerüchteweise gibt es Interesse aus Brasilien, Chile - und von Inter Miami. Was wäre das für eine Geschichte: Der Mann, der Messi zur Verzweiflung trieb, wäre dann dessen Teamkollege in der Major League Soccer.
Ismael Saibari
Drei Tore in den ersten drei WM-Spielen, darunter ein kühler Lupfer gegen Brasilien: Ismael Saibari hatte sich die Aufmerksamkeit der Fußball-Welt bei dieser WM früh gesichert - die des FC Bayern hatte er schon davor. Auch weil der deutsche Rekordmeister den Stürmer aus Marokko früh als neuen Spieler umworben hatte, ist der 25-Jährige in der neuen Saison ein Profi der Münchner. Die WM endete für ihn allerdings unglücklich. Im Achtelfinale gegen Kanada musste er schon nach 22 Minuten mit einer Muskelverletzung vom Platz, beim Aus im Viertelfinale gegen Frankreich stand er dann gar nicht auf dem Feld.
Saibari spielte zuletzt für die PSV Eindhoven und erhielt bei den Bayern einen Vertrag bis 2031. Medienberichten zufolge betrug die Ablösesumme rund 50 Millionen Euro. In München ist Saibari für verschiedene Positionen vorgesehen und soll sowohl den Konkurrenzkampf erhöhen als auch für Entlastung sorgen bei Jamal Musiala, Michael Olise, Serge Gnabry und Harry Kane.
Gilberto Mora
Der jüngste WM-Teilnehmer ließ nicht nur die mexikanischen Fans schwärmen: Gilberto Mora lieferte ein mehr als überzeugendes WM-Debüt und ist mit seinen nur 17 Jahren schon jetzt ein Star weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus. 5,7 Millionen neue Follower gab es allein bei Instagram, laut Medienberichten hatten nur fünf Fußballer einen stärkeren Zuwachs bei der WM.

Unter Vertrag steht der Teenager beim Club Tijuana. Wenige Tage vor dem WM-Auftakt unterschrieb Mora bei den Xolos ein neues Arbeitspapier, das sogar bis Ende 2029 gültig ist. In der damaligen Vereinsmitteilung wurde aber auch diese entscheidende Passage mit Blick auf mögliches Transfergeschehen nach dieser WM veröffentlicht: «Die Vereinbarung enthält einen maßgeschneiderten und klar strukturierten Ausstiegsmechanismus, der gemeinsam vom Verein, dem Spieler und seinem Berater ausgearbeitet wurde.»
Johan Manzambi
Wer weiß schon, wie die Schweiz sich im Viertelfinale gegen Argentinien geschlagen hätte, wenn Johan Manzambi nicht verletzt gefehlt hätte - vermisst wurde er gegen den Titelverteidiger aber ganz sicher. Vom Einwechselspieler mauserte sich der 20-Jährige mit drei Toren und zwei Vorlagen bis zu seiner Verletzung im Training vor dem Achtelfinale gegen Kolumbien zur Stammkraft von Trainer Murat Yakin - und bescherte dem SC Freiburg mit seinem Wechsel in die Premier League nun eine Rekordablöse.

Zunächst galt Newcastle United als Favorit auf eine Verpflichtung Manzambis, der in der Bundesliga meistens defensiver eingesetzt wurde als nun bei der WM. Doch am Ende machte Europa-League-Sieger Aston Villa, der sich im Finale gegen die Breisgauer durchgesetzt hatte (3:0), das Rennen. Nach Informationen des «Kicker» und von Sky soll das Gesamtpaket aus Basisablöse und möglichen Boni bis zu 70 Millionen Euro betragen. Der Sport-Club nannte keine Details. Manzambi ist damit auch der teuerste Schweizer Transfer der Geschichte. Zuvor war das Nationalmannschaftskapitän Granit Xhaka, der einst für 45 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach zum FC Arsenal ging.
Örjan Nyland
Klar, ohne Erling Haalands Treffer wäre die Geschichte der trommelnden Norweger früh zu Ende gewesen. Und auch Martin Ödegaard war einer der zentralen Bestandteile der sympathischen Nordmänner - die allerdings auch den lange herausragend guten Örjan Nyland im Tor brauchten, um bis ins Viertelfinale gegen England vorzudringen. Ohne den Rückhalt des Keepers, der im Achtelfinale gegen Brasilien früh einen Elfmeter entschärfte und so die Grundlage für den größten Sieg der norwegischen Fußball-Geschichte legte, hätten seine offensiven Vorderleute gar keine Chance gehabt, ihre Kapitel dieser schönen Story zu schreiben.

Bitter nur: Im Viertelfinale gegen England war es der ehemalige Torwart von RB Leipzig, der patzte und einen Schuss nach vorn abprallen ließ. Wie es für den 26-Jährigen weitergeht, ist offen. Sein Vertrag beim FC Sevilla lief Ende Juni aus, derzeit ist der Keeper vertragslos. Diverse Gerüchte bringen ihn mit Clubs aus der englischen Premier League in Verbindung, auch Feyenoord Rotterdam soll ein Thema sein. Wirklich heiß ist bislang aber keine Spur.
Iván Barton
Iván Barton machte nur seinen Job. Der Schiedsrichter aus El Salvador studierte auf Geheiß des VAR eine Szene im Gruppenspiel der Türkei und Paraguay, baute sich dann auf und sprach die inzwischen legendären Worte: «After Review. Number 10. Paraguay. Covered his mouth. Decision is: Red Card!» Aus der Szene sind inzwischen Memes entstanden und sogar ein Song.
Als erster Schiedsrichter zeigte Barton danach einem Profi die Rote Karte, weil der sich in einem Disput mit dem Gegner die Hand vor den Mund gehalten hatte. Paraguays Nationalspieler Miguel Almirón flog vom Platz.

Die Regel war erst vor der WM eingeführt worden und soll rassistische Diskriminierung von Gegenspielern unterbinden. Indem sie den Mund verdecken, wollen Spieler häufig verhindern, dass erkannt werden kann, was sie sagen. Almirón hatte in einer Spielunterbrechung mit vorgehaltener Hand etwas zu seinem türkischen Gegenspieler Mert Müldür gesagt.
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