Speerwurf-Europameister Julian Weber sieht die deutsche Leichtathletik nach der erfolgreichen EM auf einem vielversprechenden Weg. «Der Vibe in der Leichtathletik ist einfach geil - das spürt man. Es macht gerade mega Spaß. Die Leichtathletik ist geil», sagte Weber in einem «Sport1»-Interview.
Der Deutsche Leichtathletik-Verband gewann bei den Titelkämpfen in Birmingham insgesamt 21 Medaillen, so viele wie seit 1998 nicht. Nach Ansicht von Weber ist man dabei, die Lücke im Weltmaßstab zu schließen. «Absolut. Wenn man sich allein anschaut, was im Laufbereich passiert: Da waren wir lange Zeit nicht in der Lage, auf Weltniveau mitzuhalten. Das hat sich definitiv geändert», sagte der 31-Jährige. «Das ist einer von vielen Trends, die sich gerade in eine positive Richtung entwickeln. Und es wird immer besser.»

Weber lobt die Nachwuchsarbeit
Ein Jahr vor der WM in Peking und zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in Los Angeles wird in der deutschen Leichtathletik nach Ansicht von Weber «extrem viel» richtig gemacht. «Das ist schwer auf einen Punkt zu bringen. Aus der Jugend heraus wurde über einen langen Zeitraum sehr gut gearbeitet», sagte der Mainzer.
Weber hat nun zweimal EM-Gold und einmal EM-Silber in seiner Statistik. Bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften wurde er wiederholt Vierter. «Natürlich ist man genauso aufgeregt wie bei einer EM. Aber es sind extrem viele Komponenten, die da zusammenspielen. Es ist eben ein einzelner Tag, auf den man teilweise vier Jahre hinarbeitet», sagte Weber.
«Das Mentale ist oft die einfachste Erklärung»
«Mir wurde oft gesagt, dass es bei mir vielleicht doch am Mentalen liegt, dass ich bei Olympia oder einer WM meine Leistung nicht abrufen kann. Aber das habe ich jetzt auf jeden Fall widerlegt - hoffe ich zumindest», führte der 31-Jährige aus. EM-Gold hatte er sich mental stark mit dem letzten Wurf mit 90,40 Metern geholt.
«Das Mentale ist oft die einfachste Erklärung. Meistens steckt aber viel mehr dahinter: körperliche Probleme, die Tagesform oder einfach ein Wettkampf, bei dem nicht alles perfekt läuft. Du kannst auch mal mit dem falschen Bein aufstehen. Deshalb ist es immer schwer zu sagen, woran es genau liegt», sagte Weber.
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