Die Goldflut der deutschen Kanuten am Maltasee war eine Meisterleistung der Trainingsplanung. Denn in der abgelaufenen Weltcup-Saison lief nicht alles rund. «Richtung Olympia ist es dennoch ein langer Weg, aber die Richtung stimmt nun definitiv. Wir sind genau zur Weltmeisterschaft da, wo es 1,5-fache Punkte für die Olympia-Qualifikation gibt, fit und vorn», meinte Chefbundestrainer Arndt Hanisch. Nach dem Gold im Kajak-Vierer und dem historischen WM-Titel im Zweier-Canadier der Frauen durfte der Coach in Posen auch noch den Coup von Pauline Jagsch im Kajak-Einer bejubeln.
Zum Abschluss paddelten dann die Paris-Olympiasieger Jacob Schopf und Max Lemke im Kajak-Zweier zu ihrem ersten WM-Titel. Es war der insgesamt vierte für Deutschland in den olympischen Disziplinen. Mit unglaublichen 1,72 Sekunden Vorsprung verwies das Potsdamer Duo die Portugiesen auf Rang zwei. WM-Gold fehlte noch nach dem Sieg 2024 in Paris und dem EM-Titel.
Nun gelang der Coup im polnischen Posen am Maltasee (Jezioro Maltańskie). «Wir haben die Rennen gut gemanagt und sind sehr glücklich über das Ergebnis», sagte Lemke, während Schopf Grüße an Oma und Opa sendete: «Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen.»
Eine Hundertstelsekunde fehlte für WM-Silber
Der Frauen-Zweier mit Paulina Paszek und Pauline Jagsch (Hannover/Berlin) holte WM-Bronze, verpasste Rang zwei mit China nur um eine Hundertstelsekunde. Den Sieg holten sich die Australierinnen. Der Dresdner Tom Liebscher-Lucz kam im Kajak-Einer über 500 Meter auf Rang sieben.
Mit Blick auf die Sommerspiele in Los Angeles macht vor allem der historische Erfolg von Carlotta Loske und Maike Jakob Mut. Es war das erste deutsche Canadier-Gold bei den Frauen überhaupt. «Wir hatten eine superschwere Saison am Anfang, aber wir haben uns irgendwie rausgearbeitet, Sachen ausprobiert (...) und es hat einfach geklappt», sagte Jakob. Cheftrainer Hanisch war überwältigt: «Die haben sich zusammengerauft, die sind am Anfang der Saison andersherum gefahren. Das hat nicht so funktioniert.» Nun stimmt auch die Richtung für Olympia.

Bronze holte zudem der Kajak-Vierer mit Paulina Paszek, Finja Hermanussen, Pauline Jagsch und Nele Reinwardt. Und Jagsch sorgte dann auch noch im Einer für WM-Gold «Es ist so toll, dass ich die Freiheit habe, den Sport ausüben zu können», meinte Jagsch und lobte die Stimmung im Team: «Es ist ein guter Mix aus alter und junger Generation.»
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