IOC-Präsidentin Kirsty Coventry
Nach Meinung vieler iranischer Sportler soll IOC-Präsidentin Kirsty Coventry die Auflösung des Iranischen Olympischen Komitees erwägen. (Archivbild)
Peter Kneffel/dpa
Sport weltweit
Irans Sportler fordern Auflösung ihres Olympischen Komitees

Rund 200 iranische Sportler haben die Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees, Kirsty Coventry, dazu aufgerufen, die Auflösung des Nationalen Olympischen Komitees ihres Landes aufgrund systematischer Diskriminierung zu prüfen. «Schweigen ist in diesem Zusammenhang keine Neutralität. Es schützt eine diskriminierende Politik», schrieben die Athleten. Das IOC ist für eine Reaktion angefragt.

Die internationale Bewegung Global Athlete, die sich für mehr Rechte von Sportlerinnen und Sportlern einsetzt, hatte den Brief auf der Plattform X veröffentlicht. Auch das Fachportal «Inside the Games» berichtet über den Appell der Athleten.

Früherer Bayern-Profi gehört zu Unterzeichnern

Zu den Unterzeichnern zählt demnach auch der frühere Fußballspieler vom FC Bayern München Ali Karimi. Hinzu kommen Athleten etwa aus dem Judo, Schwimmen, Handball oder Volleyball sowie wenige Sportjournalisten und Wissenschaftler. 

«Wir fordern Sie respektvoll auf, mutig und im Einklang mit den von Ihnen verkündeten Grundsätzen zu handeln und die Auflösung des Nationalen Olympischen Komitees des iranischen Regimes in Betracht zu ziehen», heißt es in dem Brief. Coventrys Reaktion entscheide darüber, ob die olympische Charta ein lebendiges Dokument oder ein zeremonieller Text sei.

Sportverbände im Iran oft nicht unabhängig

Verbände im Iran sind normalerweise eng mit staatlichen Institutionen verbunden und gelten deshalb nicht als unabhängig. Athleten, die sich politisch äußern oder an Protesten beteiligen, riskieren Sperren oder sogar Haftstrafen. 

2020 war der Ringer Navid Afkari hingerichtet worden. Der Iraner hatte nach Angaben der iranischen Justiz bei einer Demonstration einen Sicherheitsbeamten getötet. Der Sportler, seine Familie und Menschenrechtsorganisationen führten an, ein Geständnis sei durch Folter erzwungen worden.

© dpa-infocom, dpa:260312-930-809108/1

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