Polnischer Sportminister zum Fall Piesiewicz
Der Chef der Polnischen Olympischen Komitees, Radoslaw Piesiewicz, sitzt in U-Haft. Nun wurde ein kommissarischer Leiter gewählt. (Archivbild)
Kasia Zaremba/PAP/dpa
Sport weltweit
Nach Festnahme: Vize leitet Polens Olympisches Komitee

Nach der Festnahme seines Chefs wegen Korruptionsverdachts wird Polens Olympisches Komitee vorerst von einem kommissarischen Leiter geführt. Der bisherige stellvertretende Direktor Marian Kmita sei in diese Funktion gewählt worden, teilte das Olympische Komitee auf der Plattform X mit. Der 63 Jahre alte Kmita ist Sportdirektor des Fernsehsenders Polsat.

Der Direktor des Komitees, Radoslaw Piesiewicz, sitzt gegenwärtig in Untersuchungshaft. Der 45 Jahre alte Sportfunktionär war Ende August im Zusammenhang mit Ermittlungen um die Kryptobörse Zondacrypto festgenommen worden. Das mittlerweile bankrotte Unternehmen war der Sponsor des Olympischen Komitees und finanzierte auch Aktivitäten der polnischen Rechten.

Eine Luxus-Uhr im Tausch für Gefälligkeiten?

Die Ermittler werfen Piesiewicz unter anderem vor, vom Betreiber der Kryptobörse einen materiellen Vorteil - eine Uhr im Wert von 40.000 Euro - angenommen zu haben. Im Gegenzug soll er sich beim Vorsitzenden der Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde für den Unternehmer eingesetzt haben.

Nach Berichten polnischer Medien soll das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Polen gedrängt haben, einen kommissarischen Leiter zu ernennen, da Piesiewicz die Geschäfte kaum vom Gefängnis aus führen könne. Da aber zunächst die Unschuldsvermutung gilt, kann er nicht vorzeitig von seinem Amt abgelöst werden. Der neue kommissarische Leiter Kmita bleibt bis zum Ende von Piesiewiczs Amtszeit im April 2027. Danach wird ohnehin neu gewählt.

© dpa-infocom, dpa:260914-930-684226/1