Nach dem Sieg gegen den Weltmeister und Olympiasieger sowie gegen den Europameister gefiel Hammerwerfer Merlin Hummel diese Leichtathletik-Premiere natürlich noch etwas besser. «Generell finde ich das schon cool, dass man versucht, den Sport wieder für die Leute attraktiv zu machen und die perfekte Balance zu finden, was ist für den Athleten gut, was ist für das Programm gut», sagte der 24-Jährige nach seinem Sieg bei der erstmals ausgetragenen Ultimate Championship in Budapest.
Hummel hat Idee für Neuauflage
Bei diesem neuen Format setzt der Weltverband auf ein geballtes Programm an Finals ohne lange Vorkämpfe. An drei Abenden kämpfen die Top-Athleten der einzelnen Disziplinen gegeneinander, um den nach Wunsch des Verbands ultimativ Besten zu finden. Eine WM umfasst dagegen in der Regel neun Wettkampftage mit 13 oder 14 Sessions. Daher konnten nicht alle Disziplinen berücksichtigt werden.
«Die Leichtathletik ist ja schon sehr alt - und bestimmte Sachen machen die Leichtathletik auch aus, aber bestimmte Sachen fallen auch mir auf beim Zuschauen, die lenken einfach ab», sagte Hummel. Seine Idee: Etwas weniger Geld in den einzelnen Disziplinen ausschütten dafür die Sportlerinnen und Sportler aller Leichtathletik-Disziplinen starten lassen. In zwei Jahren soll die nächste Auflage des neuen Events stattfinden.

«Das kann man für kein Geld der Welt kaufen»
Nach den großen Erfolgen von WM-Silber im vergangenen und EM-Silber in diesem Jahr durfte sich Hummel im Nationalen Leichtathletikzentrum von Ungarns Hauptstadt diesmal als Sieger feiern lassen. «Ich dachte, ich habe jetzt so ein bisschen Abo auf Silber», scherzte der Frankfurter und freute sich über ein Preisgeld von 150.000 US-Dollar (rund 129.000 Euro). In Birmingham bei der EM musste er sich noch dem Ungarn Bence Halasz geschlagen geben. Nun schlug Hummel zurück.
«Ich mache das Ganze, weil es Spaß macht und weil der Weg das Ziel ist. Das hört sich blöd an, aber mich macht dieser Weg, den ich mit meinem Team - mit meiner Trainerin und allen Leuten, die mich supporten - gegangen bin, wirklich glücklich. Und das kann man für kein Geld der Welt kaufen», sagte Hummel.
Der deutsche Rekord? Oder noch mehr?
Erst mal geht es in den Urlaub, in die Vogesen Richtung Schwarzwald. Abschalten. Auftanken. Und schon mal an die neue Saison denken. «Wir haben noch ganz viel im Tank. Das heute war eine kleine Vorstellung, was am unteren Ende vom Tank wartet, und mal schauen, was dann der obere Tank ist», sagte Hummel. Der deutsche Rekord von Ralf Haber aus dem Jahr 1988 liegt bei 83,40 Metern. Der sei «auf jeden Fall drin», sagte Hummel, «aber wir zielen Richtung 85 Meter nächstes Jahr».
Dann steht in Peking auch wieder eine WM an, bei der Olympiasieger Ethan Katzberg als Titelverteidiger startet. Der Kanadier schied in Budapest nach zwei Durchgängen aus, lobte den deutschen Kollegen aber mit einem Lächeln im Gesicht. «Er ist großartig. Er ist fantastisch», sagte Katzberg. «Er wird noch lange Zeit großartige Leistungen zeigen. Ich freue mich darauf, mich immer wieder mit ihm zu messen.»
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