US Open Tennis
Alexander Zverev startet in Montreal die Nordamerika-Tour, der sportliche Höhepunkt dieses Saison-Abschnitts sind die US Open. (Archivbild)
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Nadals Tipps für Montreal: Zverev greift wieder an

Alexander Zverevs Schuhe quietschen auf dem Hartplatz, der deutsche Tennisstar peitscht im Training die Vorhände und Schmetterbälle übers Netz. Aufmerksam steht sein Vater und Trainer Alexander Zverev Senior daneben. Im kanadischen Montreal greift Zverev nach drei Wochen Turnierpause erstmals nach dem verlorenen Wimbledon-Finale gegen Jannik Sinner wieder an. 

Nach einem Freilos steigt er in der zweiten Runde ein. Es ist der erste Härtetest für sein nächstes großes Ziel - die am 30. August beginnenden US Open. Zwei herausragende Grand-Slam-Auftritte in Paris und London hat der French-Open-Champion hinter sich. Kann er sich in diesem für ihn so traumhaften Sommer in New York die nächsten Grand-Slam-Ehren sichern? 

Erst Auszeit mit Sophia Thomalla, dann Tipps von Nadal 

Nach einer erholsamen Auszeit auf Ibiza mit Lebensgefährtin Sophia Thomalla bereitete sich der Hamburger auf Mallorca in der Akademie von Rafael Nadal auf die Nordamerika-Tour vor. Unterstützt wurde er dabei erneut von Nadals Onkel Toni. «Es ist eine große Hilfe. Toni war viel mit uns auf dem Platz. Rafa kam auch zweimal vorbei. Es ist immer großartig, ihre Meinungen zu meinem Spiel zu hören», sagte Zverev. 

Die Nadal-Akademie in Manacor kennt der Weltranglisten-Zweite aus dem vergangenen Jahr. In der sportlich durchwachsenen Saison mit etlichen körperlichen Rückschlägen mündete die Zusammenarbeit nicht wie erhofft darin, dass Toni Nadal die deutsche Nummer eins auf Turniere begleitet. Der einstige Coach des 22-maligen Grand-Slam-Siegers Rafael Nadal lehnte ab. 

Becker warnt: Die Zeit für die großen Titel läuft ab

Jetzt ist die Ausgangslage eine andere. Auch mit seinem gewohnten Familienclan beendete Zverev vor knapp zwei Monaten in Paris mit seinem Premieren-Triumph seine ewig anmutende Grand-Slam-Titel-Flaute. Die Ratschläge des langjährigen Rivalen und mittlerweile zurückgetretenen Topstars Rafael Nadal schätzt er dennoch. 

Es sei schön, von Rafa zu hören, was er verbessern könne. «Ich möchte mich weiterhin jeden Tag verbessern», stellte Zverev klar. Nur mit dieser Einstellung kann der beste deutsche Tennisprofi mit dem italienischen Wimbledon-Sieger und Weltranglisten-Ersten Sinner (24 Jahre) und dem Spanier Carlos Alcaraz (23) mithalten.

Tennis Wimbledon
Alexander Zverev erreichte in Wimbledon als erster deutscher männlicher Tennisprofi seit 1991 das Endspiel. (Archivbild)
Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Der Titel in Paris und das Endspiel in Wimbledon seien Meilensteine in Zverevs Entwicklung, urteilte Tennisikone Boris Becker in seinem Podcast mit Ex-Profi Andrea Petkovic. Er warnte zugleich, die Zeit dränge, soll es nicht bei einem Grand-Slam-Triumph bleiben. «Ich würde mich an seiner Stelle beeilen mit den nächsten Siegen. Er ist 29, keine 25», sagte Becker. «Ich glaube, er kann es in dieser Form, die er hat, noch eineinhalb Jahre bis zwei Jahre fortführen.»

Sinner und Alcaraz in Montreal keine Konkurrenten

Zverev erlaubte sich eine kürzere Turnierpause als die Top-Konkurrenz. In Montreal wird er sich nicht mit Sinner und Alcaraz messen können. Wie der serbische Rekord-Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic steigen beide erst in Cincinnati in die US-Open-Vorbereitung ein. Dort plant Alcaraz, der seit Monaten mit seiner langwierigen Handgelenksverletzung pausiert, Mitte August sein Comeback. 

In der kanadischen Millionenstadt Montreal führt Zverev die Setzliste an und kann mit einem Titelgewinn ein nächstes Ausrufezeichen setzen. «Es war ein gutes Jahr. Das Jahr ist noch nicht vorbei», sagte er.

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