Die nächste Hürde auf dem Weg zum Engagement von Jürgen Klopp als Bundestrainer ist genommen. Unter der Leitung von DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat das angekündigte Gespräch mit Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff stattgefunden. Vorerst wurden allerdings keine Ergebnisse des Treffens veröffentlicht. Eine Einigung über eine Vertragsauflösung Klopps als Fußball-Chefstratege des Konzerns zugunsten eines Wechsels zum DFB galt aber vorab als ausgemachtes Ziel.
Klopp soll beim Deutschen Fußball-Bund die Nachfolge von Julian Nagelsmann antreten, der nach dem frühen WM-Aus der Nationalmannschaft gegen Paraguay den Bundestrainerposten zwei Jahre vor Auslaufen seines Vertrages geräumt hatte. Bei einem Gipfeltreffen von Neuendorf und DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke in New York mit Wunschkandidat Klopp hatten sich beide Parteien auf eine Zusammenarbeit verständigt. Es wurden «wesentliche Eckpunkte eines potenziellen Vertrages» vereinbart.
Nach diesem Gespräch in einem Hotel am John F. Kennedy Airport hatte sich der Verband am vergangenen Wochenende auch zum Fortgang seiner Bemühungen öffentlich geäußert. Ein entsprechendes Statement ließ nach dem persönlichen Treffen von Neuendorf mit Mintzlaff vorerst auf sich warten.
Klopp-Vertrag mit Red Bull vor Auflösung
Die Zusammenkunft mit dem Top-Manager war der nächste Schritt im ausgemachten Klopp-Fahrplan des DFB. «Beide Seiten sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen - vorbehaltlich einer Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull - letztlich erfolgreich abgeschlossen werden können», hieß es in einer Mitteilung des Verbandes.
Für die Einigung mit Red Bull war das Treffen am Dienstag anberaumt worden. Klopp hat bei dem Unternehmen noch einen Vertrag als Head of Global Soccer bis 2029. Zur Diskussion steht, inwiefern Klopp auch als Bundestrainer für das Unternehmen tätig sein kann oder eine Ablöse fällig wird.
Präsentation in der kommenden Woche?
Zuletzt hatte es geheißen, dass es nicht um eine Abfindung in Millionenhöhe für Red Bull ginge, sondern eher symbolhafte Aktivitäten mit Klopp als Repräsentant möglich wären.

Erwartet wird auch noch eine direkte Zusammenkunft von Klopp mit Mintzlaff. Der Red-Bull-Geschäftsführer soll zum WM-Finale reisen, das am Sonntag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in East Rutherford vor den Toren von New York stattfindet. Dort hat Klopp als Experte von MagentaTV seinen WM-Hauptsitz.
Eine finale Einigung und möglicherweise auch eine Präsentation Klopps als Bundestrainer wäre dann in der kommenden Woche nach dessen Rückkehr nach Deutschland möglich.
BVB-Chef: Klopp als «Rundum-Problemlöser-Paket»
Sportchef Lars Ricken von Klopps ehemaligen Arbeitgeber Borussia Dortmund sieht nach der erneut verkorksten Weltmeisterschaft besonders die Bundesliga-Vereine in der Pflicht. Klopp als wahrscheinlich künftiger Bundestrainer sei zwar das «Rundum-Problemlöser-Paket». Doch könne er allein nicht Heilsbringer des deutschen Fußballs sein, sagte Ricken beim BVB-Trainingsauftakt.
«Der Nationaltrainer ist dafür verantwortlich, dass die Spieler, die er zur Verfügung hat, das maximale Ergebnis rausholen», führte Ricken aus. «Für die Ausbildung der Spieler kann der DFB natürlich gewisse Leitplanken vorgeben. Aber letztendlich sind wir als Vereine dafür verantwortlich und in der Pflicht, die Spieler so auszubilden, dass sie auch bei einer Weltmeisterschaft den Unterschied machen.»
Erfolgreich von Mainz bis Liverpool
Klopp war nach vielen Jahren als Vereinstrainer seit Januar 2025 für Red Bull tätig. Der Job des Nationaltrainers wäre Neuland für ihn. Klopp führte den FSV Mainz 05 in die Bundesliga (2004). Mit Dortmund wurde er zweimal deutscher Meister (2011, 2012) und einmal DFB-Pokalsieger (2012).
2015 wechselte er nach England und übernahm den FC Liverpool. Auch die Reds leitete er als Chefcoach zum Meistertitel (2020) und Pokalsieg (2022). Der größte Triumph gelang ihm 2019 mit dem Gewinn der Champions League, dem sportlich bedeutendsten Titel im Club-Fußball.
Beim DFB wäre Klopp in der langen Länderspiel-Historie der 13. Chefcoach der Nationalmannschaft. Die ersten vier Länderspiele in der kommenden Saison finden innerhalb von zehn Tagen zwischen dem 24. September und 4. Oktober mit den Partien der Nations League in den Niederlanden, zweimal gegen Griechenland und gegen Serbien statt.
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