Der niederländische Fußballverband KNVB hat eine umfassende Neuausrichtung der FIFA-Führung gefordert. Dafür brauche der Fußball-Weltverband mehr als nur eine neue Führungsspitze, erklärte der KNVB. Zugleich regte der Verband einen internationalen Fußball-Sondergipfel an.
Es genüge nicht, 2027 einen Nachfolger für den unter anderem wegen seiner gescheiterten Investorenpläne umstrittenen FIFA-Chef Gianni Infantino zu bestimmen. «Die wichtigste Frage lautet: Welche Art von FIFA braucht der Fußball?»
Noch vor den im kommenden Jahr anstehenden FIFA-Wahlen müsse es ausführliche Beratungen über eine Reform und einen neuen Kurs des Verbandes geben. «Danach suchen wir dann eine Führung aus, die dazu passt.»
Zuvor hatte der europäische Fußballverband UEFA erklärt, gemeinsam mit wichtigen Interessengruppen wie Fans, Spielern, Clubs, Ligen, Nationalverbänden sowie dem asiatischen Kontinentalverband für Veränderungen in der Führung des Weltfußballs kämpfen zu wollen.
Angebot für Sondergipfel zur Zukunft der FIFA in Amsterdam
Der KNVB sei bereit, eine entsprechende internationale Reformkonferenz in Amsterdam auszurichten. «Als Gründungsmitglied der FIFA fühlt sich der KNVB in besonderer Weise für den internationalen Fußball verantwortlich. Wir möchten dazu beitragen, den Fußball von innen heraus zu verbessern. Doch das Vertrauen ist verloren gegangen.»
Der KNVB wolle darauf hinarbeiten, «bis zu 90 Prozent der verfügbaren Einnahmen der FIFA wieder in den Fußball zu investieren». Dies müsse transparent und nach klaren Regeln erfolgen. Unter anderem gehe es um die Förderung des Jugend- und Frauenfußballs sowie um Trainer, Schiedsrichter und Sporteinrichtungen sowie die Entwicklung der nationalen Fußballverbände.
KNVB: Menschenrechte bei WM-Vergabe berücksichtigen
Fußball sei weit mehr als nur ein Sport. «Er bringt Menschen zusammen, überbrückt Unterschiede und eröffnet Millionen von Kindern und Jugendlichen neue Chancen.» Diese Kraft bringe auch Verantwortung mit sich. «Menschenrechte und Nachhaltigkeit müssen daher fester Bestandteil der Entscheidungen der FIFA sein - auch bei der Vergabe von Weltmeisterschaften und bei kommerziellen Entscheidungen.»
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