Ringe-Spezialist Artur Sahakyan aus Essen hat bei den Turn-Europameisterschaften ein gelungenes Final-Debüt hingelegt. Der 27-Jährige belegte mit 13,900 Punkten den siebten Platz und feierte damit den bislang größten internationalen Erfolg seiner Laufbahn. Gold holte sich der Armenier Artur Avetisyan mit 14,400 Zählern.
Zuvor hatten Artem Dolgopyat aus Israel am Boden und Gabriele Targhetta aus Italien am Pauschenpferd die ersten Einzelgeräte-Finals gewonnen. Beeinträchtigt wurde die Entscheidung am Pferd von einem massiven technischen Problem. Nach den ersten vier Turnern fielen der Livestream und der Ergebnisticker aus, das Finale wurde vor den letzten vier Finalisten für längere Zeit unterbrochen. Laut Durchsage in der Halle lag das an erheblichen Elektrizitätsproblemen.
Kraft und Genauigkeit
Sahakyan gehört noch keinem Kader des Deutschen Turner-Bundes (DTB) an. «Es gibt Möglichkeiten, auch mit einem Gerät in den Kader zu kommen», sagte Bundestrainer Jens Milbradt. Das habe sich im Gegensatz zu früheren Jahren verändert, «um Einzelgeräte-Spezialisten forcieren zu können». Bei seiner Premiere im Auswahldress war der deutsche Ringe-Meister bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr in Jakarta noch in der Qualifikation hängengeblieben und hatte den 50. Rang belegt.
Seither hat Sahakyan sich auch unter dem Einfluss von Milbradt stark verbessert. «Kraft hat er ja wie die besten Turner in der Welt», sagte der 57-Jährige über den Turner mit armenischen Wurzeln. Es sei aber vor allem um Genauigkeiten in der Ringeübung gegangen und Kleinigkeiten, wie «wirklich keinen Wackler bei den Handständen zu machen, die Schwünge auf den Punkt zu turnen und zum Schluss den Abgang sicher zu stehen».
Was noch kommt
Das zahlte sich schon in der Qualifikation aus, als Sahakyan mit 14,00 Punkten ins Finale der besten Acht kam. Als zweiter deutscher Turner hatte sich der Cottbuser Radomyr Stelmakh am Reck für das Einzelgeräte-Finale an diesem Samstag qualifiziert. Zum Abschluss am Sonntag steht für die deutsche Riege mit Stelmakh, Lucas Kochan (Cottbus), Timo Eder (Ludwigsburg), Gabriel Eichhorn (Stuttgart) und Alexander Kunz (Pfuhl) das Finale im Team-Wettbewerb auf dem Programm.
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