Der Machtkampf zwischen der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) und dem Thüringer Eis- und Rollsportverband (Terv) geht weiter. Der Terv wies eine Darstellung des DESG-Präsidiums zu Gerichtsentscheidungen und zur Zukunft des Bundesstützpunkts Erfurt zurück.
Die DESG hatte zuvor mitgeteilt, dass Erfurt neben Berlin, Chemnitz, Dresden und Inzell bis Ende 2030 als Bundesstützpunkt anerkannt bleibe. Damit sieht der Verband «die Behauptung, das DESG-Präsidium wolle den Bundesstützpunkt Erfurt schließen», als widerlegt an.
Der Terv hält seine Kritik jedoch aufrecht. Dem Landesverband sei es in seiner Kritik nie um eine mögliche Schließung des Standorts gegangen, sondern um dessen geplante Herabstufung innerhalb der Stützpunktstruktur. «Es geht uns darum, dass Erfurt degradiert werden soll zum Nachwuchslieferanten für Inzell und Berlin», sagte Terv-Präsident Michael Schneider der Deutschen Presse-Agentur. «Der stärkste Standort im Eisschnelllauf soll zukünftig der Wasserträger für Inzell und Berlin sein.»
Unterschiedliche Bewertungen
Jüngste Gerichtsentscheidungen in dem Streit, die von der DESG als Erfolg für sich verbucht wurden, bewertete Schneider zudem deutlich anders.
Tags zuvor hatte die DESG in einem Schreiben die für Samstag geplante außerordentliche Mitgliederversammlung kurzfristig abgesagt und auf den 13. Februar 2027 terminiert. Hintergrund sind laut Pressemitteilung ausstehende Entscheidungen der Fördermittelgeber zur geplanten Strukturreform sowie ein Rechtsstreit mit dem Terv.
Schneider will keine Zeit verlieren
Schneider kündigte einen neuen Anlauf für eine außerordentliche Mitgliederversammlung an. Dafür will der Verband die Unterstützung von mindestens einem Viertel der DESG-Mitglieder gewinnen.
Den Prozess dazu wolle er am Montag starten und möglichst in der kommenden Woche abschließen, sagte Schneider. Eine rasche Abstimmung sei das Ziel. «Darauf werden wir mit Macht drängen und ich bin mir auch sehr, sehr sicher, dass wir die 25 Prozent der DESG-Mitglieder gewinnen werden, die uns unterstützen auf dem Weg», sagte er. Es könne nicht sein, dass weitere vier oder fünf Monate vergingen und die Sportlerinnen und Sportler im Ungewissen blieben.
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