Die Finals in Hannover
Titel am Paradegerät Stufenbarren: Helen Kevric.
Michael Matthey/dpa
Die Finals in Hannover
Souveräne Siegerin am Sprung: Karina Schönmaier.
Michael Matthey/dpa
Sport weltweit
Turnerin Kevric krönt Comeback mit Titel am Stufenbarren

Helen Kevric lächelte gelöst. Mit der Goldmedaille um den Hals fühlte sich die 18-Jährige von einer Bürde befreit. «Es fällt schon ein bisschen Last von mir. Das war das erste große Finale, in dem ich wieder stand, und ich war schon sehr aufgeregt. Man merkt, dass man ein Jahr lang keine Übung angemeldet hat», gestand die Stuttgarterin. 

Bei den deutschen Turn-Meisterschaften im Rahmen der Finals in Hannover krönte Kevric ihr Comeback mit dem Titel am Stufenbarren. Trotz leichter Wackler dominierte sie einmal mehr an ihrem Paradegerät mit 14,475 Punkten. Schon in der Qualifikation hatte die Olympia-Sechste mit 14,833 Zählern die mit Abstand höchste Wertung aller Turnerinnen erzielt. 

Sie sei nicht so sauber in der Ausführung gewesen und habe sich auch vergriffen. «Generell war ich einfach zu hektisch. Ich glaube, ich habe noch nicht so ganz den Rhythmus drin», urteilte sie nach ihrem Finalvortrag.

Schönmaier verteidigt Sprung-Titel

Vor gut einem Jahr hatte Kevric bei den Heim-Europameisterschaften in Leipzig eine schwere Knieverletzung erlitten und dadurch sowohl die deutschen Meisterschaften in Dresden als auch die Weltmeisterschaften in Indonesien verpasst. Zweite wurde Mehrkampf-Meisterin Silja Stöhr (Heddesheim) mit 13,600 Zählern.

Zuvor hatte Karina Schönmaier souverän ihren Titel am Sprung verteidigt. Die 20 Jahre alte Europameisterin aus Chemnitz erhielt für ihre beiden Sprünge die Durchschnittsnote von 14,063 Punkten. Damit gilt Schönmaier wie Kevric am Stufenbarren als Medaillenkandidatin bei den bevorstehenden Europameisterschaften vom 13. bis 16. August im kroatischen Zagreb.

Von der Rückkehr auf die große Turnbühne von Helen Kevric war auch Bundestrainer Gerben Wiersma begeistert. Mit noch zwei Wochen mehr Training bis zu den Europameisterschaften räumt ihr der Niederländer sogar Medaillenchancen ein. «Dann hat sie sehr gute Werte für das Team und für sich selbst mit einer Finalübung - mindestens», meinte Wiersma. So weit wollte die hochgelobte jedoch noch nicht gehen. «Echt?», fragte sie staunend und fügte an: «Ich freue mich schon auf die Europameisterschaften und versuche einfach, mein Bestes zu geben und dann werden wir sehen, wofür es reicht.»

Stelmakh gewinnt zweites Gold

Bei den Männern gewann am ersten Finaltag an den Einzelgeräten Radomyr Stelmakh seinen zweiten Titel. Nach dem Mehrkampf zum Auftakt am Donnerstag sicherte sich der 20-Jährige aus Cottbus überlegen auch Gold am Pauschenpferd mit 14,050 Punkten. Der Mannschafts-Europameister von 2024 mit der Ukraine ist erst seit zwei Wochen für Deutschland startberechtigt, nachdem er die Freigabe vom ukrainischen Turnverband erhalten hatte. Am Boden, wo Alexander Kunz (Pfuhl) gewann, und an den Ringen mit Sieger Artur Sahakyan (Bochum) blieb Stelmakh medaillenlos.

© dpa-infocom, dpa:260725-930-436700/2

VG WORT Zählmarke