Nur bei der Siegerehrung patzte das Pferd des umjubelten Siegers. Im größten Reitstadion der Welt warf United Touch mit dem Hintern das Podest mit dem Pokal um, die Trophäe fiel auf den Rasen. Richard Vogel war das allerdings völlig egal, denn zuvor hatte sein Pferd ihn in drei fehlerfreien Runden zum Sieg beim prestigeträchtigsten Großen Preis der Welt getragen - und die Chance auf den Eine-Million-Bonus erhalten.
Der 29 Jahre alte Springreiter gewann zum ersten Mal den Großen Preis von Aachen und war zu Tränen gerührt. «Das ist sehr emotional», sagte Vogel: «Ich habe wirklich geweint, als mir klar wurde, dass es gereicht hat.» Eigentlich war es nicht notwendig, dass er nachschob: «Tränen der Freude natürlich.»
Triumph beim Lieblingsturnier
Rund 40.000 Zuschauer feierten den Heimsieg des Europameisters. Nach zwei makellosen Runden blieb Vogel mit United Touch auch im Stechen ohne Fehler und gewann mit einem riesigen Vorsprung von 1,79 Sekunden. Langsamer waren José Maria Larocca aus Argentinien auf Finn Lente und Sophie Hinners mit Singclair.

«Aachen zu gewinnen, ist etwas, das ich mir schon immer gewünscht habe», berichtete Vogel. «Aachen ist mein Lieblingsturnier, und hier zu sein und ein solches Pferd wie United zu haben, ist einfach unglaublich. Dieses Ziel endlich zu erreichen, ist ein wahr gewordener Traum.»
Nur einer schaffte bisher drei Siege
Er habe seit vielen Wochen den Sieg im Großen Preis im Blick gehabt. «Das ist ein Moment, den es nur einmal im Leben gibt», betonte Vogel, der sich in der Soers gegen die versammelte Weltspitze behauptete. Und das nächste große Ziel wird er an gleicher Stelle anpeilen, wenn vom 11. bis 23. August die Weltmeisterschaft in Aachen stattfindet.

Und schon im September wartet ein weiterer Höhepunkt, wenn Vogel beim Turnier in Spruce Meadows bei Calgary mit einem weiteren Sieg den Grand Slam des Pferdesports gewinnen kann. Das würde dem Sieger der Dutch Masters in ’s-Hertogenbosch und des Großen Preises von Aachen einen Bonus von einer Million Euro einbringen. Bei einem weiteren Sieg in Genf könnte der Bonus sogar auf zwei Millionen Euro ansteigen, doch daran mochte Vogel noch nicht denken. Drei Siege hintereinander bei den insgesamt vier Major-Turnieren gelangen bisher nur dem Briten Scott Brash.
Schon jetzt hat Vogel ordentlich verdient
«Heute konzentrieren wir uns darauf, wie glücklich wir sind, und auf den Erfolg, den wir hatten, und wir werden das in vollen Zügen genießen», sagte Vogel, der sich in Aachen ein hohes Preisgeld sicherte. Für den Sieg kassierte er 450.000 Euro und sicherte sich aus der Grand-Slam-Serie einen Bonus von 500.000.
Einfacher als die langfristige war die kurzfristige Planung des Aachen-Siegers. «Zuerst müssen wir mit unseren Pferden nach Hause fahren. Sobald wir sie sicher nach Hause gebracht haben, feiern wir ein bisschen», sagte Vogel. «Und dann, in den nächsten Tagen, wenn wir langsam begreifen, was passiert ist, machen wir einen Plan für Calgary.»
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