Donald Trump gefällt der Trend zum Gigantismus im Weltfußball. In seiner überschwänglichen Bilanz rühmte sich der US-Präsident, dass die USA neben Kanada und Mexiko die größte Weltmeisterschaft der Geschichte ausgerichtet haben - und wandte sich dann an FIFA-Chef Gianni Infantino neben ihm. «Ich habe dich so verstanden, dass du es beim nächsten Mal noch größer machen könntest.»
Die WM 2030 findet erstmals in sechs Ländern auf gleich drei Kontinenten statt - «noch größer» könnte das Turnier aber vor allem auch mit Blick auf die Teilnehmer werden. 64 Teams statt wie bislang geplant 48 Mannschaften, diese Idee lebte durch Aussagen von Infantino während der aktuellen WM wieder auf. Das gilt es für das Weltturnier in vier Jahren jetzt schon zu wissen:
Wie soll die WM ablaufen?
Der Großteil des Turniers findet in Spanien, Portugal und Marokko statt. Da jedoch die Weltmeisterschaft 100 Jahre nach der ersten Auflage in Uruguay ihr Jubiläum feiert, wurde jeweils ein Spiel an Argentinien (Buenos Aires), Paraguay (Asunción) und Uruguay (Montevideo) vergeben.
Die drei Partien sollen zu Beginn der WM stattfinden, so dass die teilnehmenden Teams nach der anschließenden Reise nach Europa und Afrika Zeit zur Akklimatisierung haben. Ihr zweites Spiel soll jeweils elf bis zwölf Tage nach dem Auftakt stattfinden. Aktuell ist das Turnier vom 8. Juni bis 21. Juli geplant - dies wäre mit 44 Tagen die längste WM der Geschichte.
Wie realistisch ist eine WM mit 64 Teams?
Bislang galt eine Ausweitung um weitere 16 Teams als logistisch kaum zu stemmen. So müssten mehr Spiele in Südamerika stattfinden, was zu noch größeren Reisestrapazen führen würde. Nun erklärte Infantino während des derzeitigen XXL-Turniers in Nord- und Mittelamerika aber, das sei ein Thema, über das man «auf jeden Fall» nach der WM nachdenken solle. Die ganze Welt müsse von der WM träumen dürfen und «nicht nur Europa und Südamerika».
Eine Erweiterung wurde besonders von Vertretern aus Südamerika immer wieder gefordert. Infantinos Vorstoß könnte nun auch ein Signal sein, dass er in dieser Angelegenheit zumindest nichts unversucht gelassen hat. Der FIFA-Chef hatte bereits bei der WM in Katar 2022 die Teilnehmerzahl von damals noch 32 auf 48 erhöhen wollen - war damit aber gescheitert.
Wo soll gespielt werden?
Aktuell sehen die Planungen sechs Stadien in Marokko, drei Stadien in Portugal und elf Stadien in Spanien vor. Die größten Arenen sind das umgebaute Camp Nou in Barcelona mit Platz für mehr als 103.000 Zuschauer sowie das neu gebaute Hassan II Stadion nahe Casablanca, das mit einer Kapazität von 115.000 Besuchern das größte Fußballstadion der Welt wäre.
Wie läuft die Qualifikation ab?
In Europa wird die Qualifikation für die WM 2030 reformiert und an das Ligensystem aus den Europapokal-Wettbewerben angepasst. Bislang spielten die Teams in Vierer- und Fünfergruppen in Hin- und Rückspielen gegeneinander. Die Gruppensieger qualifizierten sich direkt, die Zweitplatzierten hatten noch die Chance über die Playoffs.
Nun werden die besten 36 Teams aus der Nations League in drei Gruppen mit jeweils zwölf Teams aufgeteilt. Dort spielt jede Mannschaft sechs Partien gegen sechs verschiedene Gegner, mit diesen Ergebnissen wird eine Tabelle pro Gruppe erstellt. Die besten Teams qualifizieren sich direkt, weitere Plätze werden weiter über Playoffs vergeben. Die genaue Aufteilung will die Europäische Fußball-Union erst noch festlegen. Die Teams hinter den besten 36 spielen ebenfalls in einem Ligensystem.
Die sechs Gastgeber sind automatisch qualifiziert.
Wie geht es nach der WM 2030 weiter?
Das Turnier auf drei Kontinenten hat eine wichtige fußballpolitische Auswirkung: Durch das Rotationsprinzip konnten sich bei der folgenden WM 2034 keine Gastgeber aus Nord- und Mittelamerika, Europa, Afrika und Südamerika bewerben. Der Weg war frei für Asiens Vertreter Saudi-Arabien, zu dessen Verband FIFA-Präsident Infantino enge Verbindungen pflegt.
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