Die deutschen Slalomkanuten bleiben erneut ohne WM-Medaille in den olympischen Disziplinen. So zieht Cheftrainer Thomas Apel eine bittere Bilanz nach der Weltmeisterschaft in Oklahoma-City: «Am Ende vom Lied steht die Null, und das ist ziemlich ernüchternd und enttäuschend für die harte Arbeit, die wir hier reingesteckt haben», sagte Apel und fügte an: «Wir haben manchmal das fehlende Quäntchen Glück und waren aber auch nicht in der Lage, dieses Glück für uns zu erzwingen.»
Funk nach Platz vier: «Tut extrem weh»
So war einmal mehr Ricarda Funk die Einzige, die im Kampf um die Medaillen mitreden konnte. Doch im Kajak sprang trotz eines fehlerfreien Finallaufs nur der fünfte Platz heraus. Im Kajak-Cross kämpfte sich die 34 Jahre alte Kajak-Olympiasiegerin von Tokio anders als viele Mitfavoriten bis ins Finale und wurde nur Vierte von vier Finalistinnen.
«Grundsätzlich bin ich happy, dass ich es bis ins Finale geschafft habe. Wenn man in einem WM-Finale steht, hofft man auf die Medaille. Der vierte Platz tut gerade extrem weh, das ist bitter», sagte Funk. Den Sieg zum WM-Abschluss holte sich die Schweizerin Alena Marx vor der australischen Paris-Olympiasiegerin Noemi Fox. Dritte wurde die Spanierin Miren Lazkano.
Sportdirektor Kahl sieht Nachwuchsproblem
Für Sportdirektor Jens Kahl ist der Blick auf die Olympia-Qualifikationen für Los Angeles wichtiger, damit «wir 2028 mit einer vollen Mannschaft hinkommen». Noch liege man nicht im Soll. «Das liegt auch sicherlich daran, dass es momentan immer noch zu wenig junge Athletinnen und Athleten gibt, die von unten Druck machen, damit die älteren weiter fokussiert bleiben», meinte Kahl. 2021 in Tokio hatte das Team des Deutschen Kanu-Verbands einmal Gold und dreimal Bronze geholt, in Paris gab es 2024 Silber und Bronze.
Kritik äußerte Kahl am Weltverband, weil der Augsburger Noah Hegge, Olympia-Dritter in Paris, wegen eines angeblich nicht korrekt befahrenen Tores mit 50 Strafsekunden bestraft wurde, andere aber nicht. Deutschlands Einspruch wurde abgewiesen. «Sehr unzufrieden bin ich mit der Professionalität der ICF, mit einer, ich glaube, teilweise amateurhaften Arbeit der Schiedsrichter - insbesondere, was Entscheidungen betrifft, die ungleich getroffen werden», schimpfte Kahl.
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