In der 1. und 2. Bundesliga sowie in europäischen Wettbewerben soll es anders als bei der laufenden Fußball-WM keine generell angesetzten Trinkpausen geben. «Über Trinkpausen wird weiterhin je nach Wetterlage situativ entschieden», wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf Anfrage der ARD-«Sportschau» mitteilte.
Die Europäische Fußball-Union UEFA erklärte auf Anfrage, dass ihr Vorgehen bei dem Thema im Europapokal ähnlich dem der Bundesliga sei. «Die UEFA plant nicht, diese Regularien für die kommenden Wettbewerbe zu verändern. Das schließt die Champions League und die EM 2028 ein», hieß es.
In der Bundesliga sind Trinkpausen im Regelwerk weiterhin keine Pflicht, aber bei Bedarf schon länger möglich. Bei großer Hitze können die Referees reagieren und den Teams solche Pausen ermöglichen.
In den medizinischen Vorschriften der UEFA heißt es, dass bei Temperaturen ab 35 Grad oder wenn der Hitzeindex WBGT den Wert von 32 überschreitet, die Pausen genutzt werden sollen. Bei geringeren Werten kann der Schiedsrichter Trinkpausen erlauben, wenn er das für angebracht hält. So machte es etwa DFB-Schiedsrichter Daniel Siebert beim Champions-League-Finale in Budapest zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Arsenal.
Kritik an WM-Pausen - Reiner Kommerz
Bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada sollen die Schiedsrichter die Partie in jeder Halbzeit nach 22 Minuten für 3 Minuten unterbrechen. Entstanden ist das Modell aus Sorge um die Belastung der Spieler wegen der teils großen Hitze. Weil aber gleiche Bedingungen für alle Teams gewährleistet werden sollen, werden auch Spiele in überdachten und klimatisierten Stadien unterbrochen, was schon zu Kritik führte.
Weil die zusätzlichen Pausen nach Meinung vieler Beobachter aber unter anderem durch zusätzliche Werbemöglichkeiten zweckentfremdet werden, ist eine Debatte über die Sinnhaftigkeit entbrannt. So erwartet unter anderem das britische TV-Netzwerk ITV die kommerziell erfolgreichste Fußballübertragung seiner Geschichte. Die Werbeeinnahmen sind 30 Prozent höher als bei der EM 2024. In Australien haben die Trinkpausen einen eigenen Sponsor und werden als «Maccas Match Break» bezeichnet, finanziert von McDonald's. Mit ARD, ZDF und Magenta TV zeigen auch die Rechteinhaber in Deutschland im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten Werbung in den Trinkpausen.
© dpa-infocom, dpa:260617-930-237126/1


