Der Gesamtsieg bei der Tour de France ist dem slowenischen Favoriten Tadej Pogacar aus Sicht seines ersten Verfolgers Remco Evenepoel praktisch nicht mehr zu nehmen. Der Doppel-Olympiasieger aus Belgien sieht sich als Außenseiter, auch wenn er mit einem Erfolg im heutigen Zeitfahren am Genfersee seine zweite Etappe nacheinander gewinnen und den Abstand auf Pogacar verkürzen sollte.
Aktuell steht er in der Gesamtwertung mit einem Rückstand von fünf Minuten auf Rang zwei hinter Dominator Pogacar. «Ich lasse mich nicht zu sehr mitreißen und träume nicht von einem Tour-Sieg. Wenn alles nach Plan läuft, ist dieser Traum außer Reichweite», sagte Evenepoel, der aktuell durch die bessere Platzierung auch dabei ist, seinen deutschen Teamkollegen Florian Lipowitz in die Helferrolle zu drängen.
2024 schon einmal auf dem Podium in Paris
«Bisher läuft es gut für mich», sagte Evenepoel am Ruhetag. Das Hauptziel des 26-Jährigen ist es, seinen Platz auf dem Podium in Paris zu verteidigen. Nach seinem spektakulären Sieg auf der schweren 15. Etappe am Sonntag soll nun der nächste Tagessieg in seiner Paradedisziplin folgen.
Damit könnte Evenepoel seine persönliche Erfolgsbilanz bei der Tour verbessern. 2024 war er - wie Lipowitz im vorigen Jahr - Dritter in der Gesamtwertung. In diesem Jahr könnte er in Paris noch eine Stufe höher klettern.
Evenepoel und Lipowitz waren als gleichberechtigte Kapitäne in die Frankreich-Rundfahrt gestartet. Beim Zeitfahren dürfte Spezialist Evenepoel den aktuellen Vorsprung von 1:48 Minuten auf den fünftplatzierten Lipowitz vergrößern. «Das Hauptziel ist es, jemanden in Paris auf dem Podium zu haben», sagte Lipowitz. Und Evenepoel habe hinsichtlich der nahenden Etappe «dafür die besten Chancen». Zuletzt zeigte sich Lipowitz offen für die Helferrolle.
Evenepoel erkundet Strecke
Evenepoel nutzte den Ruhetag am Montag, um die Strecke für das Zeitfahren zwischen Èvian-les-Bains und Thonon-les-Bains zu erkunden. Auf den 26,1 Kilometern der 16. Etappe gilt der Olympiasieger und Weltmeister in der Disziplin als klarer Favorit. Die Abfahrt Richtung Ziel hält er für knifflig. «Sehr schnell und sehr technisch, auch ein bisschen gefährlich, aber das gilt für alle», sagte er.
Interessant wird auch Evenepoels Leistung bei den harten Alpen-Etappen am Freitag und Samstag, die beide zum Kultort Alpe d'Huez führen. Zuletzt zeigte der Sieger der Spanien-Rundfahrt 2022 eine aufsteigende Form in den Bergen. Die beiden Tage nach dem Zeitfahren wolle er so kraftsparend wie möglich verbringen, um fit zu sein, erklärte er. «Ich werde versuchen, die beste dritte Woche meiner Karriere zu fahren.»
© dpa-infocom, dpa:260721-930-414431/1

