Johannes Lochner bleibt für Francesco Friedrich die Kernaufgabe für die Olympia-Mission. Der Bob-Dauerrivale aus Berchtesgaden ist nach seinem Weltcup-Gesamt-Double in beiden Disziplinen das Maß der Dinge. Im kleinen Schlitten siegte Lochner bei der Olympia-Generalprobe auf Friedrichs Heimbahn in Altenberg in beeindruckender Manier. In der Königsklasse Viererbob war der Bayer erneut vor dem Sachsen, doch den Sieg schnappte sich Adam Ammour.
«Schade, dass wir den zweiten nochmal verhackt haben. Es war eine geile Reise, danke an meine Frau und der ganzen Familie für die letzten zehn Jahre», sagte Lochner, der sein Karriereende bereits angekündigt hat. Angesprochen auf Friedrich ergänzte er: «Es wird trotzdem eine harte Nuss bei Olympia. Franz ist da total abgebrüht und hat da die Ruhe weg.»
Sieger Ammour jubelte total ausgelassen, verbuchte er doch nach St. Moritz seinen zweiten Weltcupsieg in der Königsklasse: «Das ist mega, vor Olympia nochmal gewinnen zu können. Jetzt reisen wir mit einem guten Gefühl nach Cortina und chillen vorher ein bisschen.»
Friedrich: «Schlagen bei Olympia zurück»
Für seine Olympia-Mission will der viermalige Olympiasieger bis zuletzt tüfteln und testen. «Wir haben ein Ziel, einen Plan im Kopf, wissen, was wir tun. Ich denke, wir schlagen dann bei Olympia zurück. Das Imperium hat immer zurückgeschlagen», meinte Friedrich, der erst nach den Winterspielen entscheiden will, ob er seine einzigartige Karriere fortsetzt.
Für Lochner war es definitiv das letzte Weltcup-Rennen. Am 24. Januar 2015 hatte er in St. Moritz sein Debüt gefeiert. Nach den olympischen Rennen in Cortina d’Ampezzo wird er seine Karriere beenden. «Danach fahre ich höchstens noch Bob-Taxi auf unserer Bahn am Königssee», sagte der Bayer, der in Peking 2022 zweimal olympisches Silber hinter Friedrich gewann. 2023 gewann er den WM-Titel vor Friedrich im Zweierbob, 2017 waren beide im Vierer zeitgleich Weltmeister geworden.
Nolte gewinnt große Kristallkugel in beiden Disziplinen

Bei den Frauen machte Laura Nolte das Double im Gesamt-Weltcup perfekt. Nach dem erstmaligen Erfolg im Monobob holte sie auch im Zweierbob souverän die große Kristallkugel. Mit Anschieberin Deborah Levi gewann die Olympiasiegerin dank Start- und Bahnrekord klar vor US-Pilotin Kaillie Humphries-Armbruster. «Mit dem ersten Lauf waren wir schon super happy. Und dass es dann noch Startrekord mit einer 50 wird, einfach Wahnsinn», sagte Weltmeisterin Nolte.
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