Paralympics 2026
Jubel bei der Silber-Staffel.
Martin Schutt/dpa
Paralympics: Achter Wettkampftag
Winkt traurig nach ihrem vierten Platz: Anna-Lena Forster.
Philipp von Ditfurth/dpa
Paralympics: Abschluss-PK des deutschen Teams
Zogen Bilanz: Idriss Gonschinska (l) und Marc Möllmann (r).
Philipp von Ditfurth/dpa
Wintersport
Paralympics: Staffel-Quartett jubelt, Forster weint

Einen Tag vor Abschluss der Winter-Paralympics in Italien hat die Langlauf-Staffel im offenen Wettbewerb die deutsche Ausbeute um eine Silbermedaille bereichert. Dennoch gingen bei den Spielen nicht alle Wünsche des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) auf. «Natürlich hätten wir uns ein paar Ausreißer nach oben gewünscht, insbesondere nach ganz oben», sagte Chef de Mission Marc Möllmann in der Bilanz-Pressekonferenz.

Dennoch zog die Team-Führung eine überwiegend positive Bilanz. Mit 16 Medaillen sei der Zielkorridor eingehalten, urteilte Möllmann. «Zwei Goldmedaillen, fünf Silbermedaillen und neun Bronzemedaillen attestieren dem Team eine gute Leistungsbereitschaft und Leistungsperformance. Und leider haben wir auch die vierten Plätze», sagte er. Mit neun vierten Plätzen sei man knapp an der Medaillenbilanz vorbeigeschreddert. «Aber das tut weh, für die Athleten insbesondere, für uns auch», so der Chef de Mission.

Fahnenträger und verlorenes Platzierungsspiel

Zuvor hatte der Verband bekanntgegeben, dass die alpine Skirennläuferin Andrea Rothfuss bei ihren letzten Paralympics und Snowboarder Christian Schmiedt die deutsche Fahne bei der Abschlussfeier in Cortina d'Ampezzo tragen werden. Mit dabei im Curling Stadion sein werden die Sportler und Sportlerinnen aus dem Alpin-Team. 

Die Nordischen Skisportler und Biathleten sollen durch Unterstützung eines Sponsors eine eigene Feier haben. Fehlen werden die Para-Eishockeyspieler, die bei ihrer ersten Paralympics-Teilnahme nach 20 Jahren in Mailand das Spiel um Platz fünf gegen Italien mit 2:5 (1:0, 1:2, 0:3) verloren und Sechste wurden.

Am vorletzten Wettkampftag hatten die Skilangläufer noch einmal Grund zur Freude. In der Besetzung Theo Bold mit Guide Jakob Bold, Sebastian Marburger, Linn Kazmaier mit Begleitläufer Florian Baumann und Marco Maier kam die Staffel im offenen Wettbewerb über 4x2,5 km nur 5,4 Sekunden hinter Sieger China ins Ziel und gewann Silber. «Jeder von uns hat heute das Maximum rausgeholt, dass es zu Silber gereicht hat, ist sehr cool», sagte Kazmaier. «Vor allem im Team. Das hat nochmal einen anderen Stellenwert, wenn man zusammen eine Medaille gewinnt.»

Forster verpasst Medaille, Rothfuss zufrieden

Bittere Tränen flossen hingegen im Zielraum der Tofana-Piste bei der zweifachen Paralympicssiegerin Anna-Lena Forster. Zum Abschluss der alpinen Frauen-Wettbewerbe verpasste sie hauchdünn ihre vierte Medaille. Trotz einer starken Aufholjagd im zweiten Lauf blieb der 30 Jahre alten Monoskifahrerin im Slalom nur der vierte Platz. Lediglich 0,08 Sekunden fehlten ihr auf den Bronzerang, 0,43 Sekunden auf Siegerin Zhang Wenjing aus China. 

«Jetzt gerade ist es brutal bitter. Es tut schon sehr weh», sagte die traurige Forster. Es sei ihr vorher schon bewusst gewesen, dass Slalom das schwierigste Rennen werde, weil der Hang so flach sei und man schwer Zeit herausfahren könne. «Dass es so brutal wird, hätte ich nicht gedacht. Im zweiten Lauf habe ich nochmal gezeigt, was ich kann. Es hat nicht gereicht, das tut weh und muss ich erstmal verarbeiten», bekannte sie. 

Andrea Rothfuss war hingegen mit sich im Reinen. Ihr letztes paralympisches Rennen beendete die 36-Jährige mit Rang sieben, nachdem sie zuvor Vierte in der Abfahrt und im Riesenslalom sowie Sechste in der Super-Kombination war. Voll im Soll sei sie damit, sagte sie. «Ich bin vier Rennen gefahren statt der zwei, die geplant. Also für mich das ein kompletter Erfolg. Ich fühle mich immer noch ein bisschen wie in einem Traum», meinte Rothfuss. Wegen Depressionen hatte sie zwei Jahre pausiert und erst im vorigen Dezember ihr Comeback gegeben.

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