Die deutsche Trainer-Ikone Knut Schubert hat die Zulassung von russischen Sportlerinnen und Sportlern an internationalen Eiskunstlauf-Wettbewerben kritisiert. «Russland war und ist immer noch eine große Sportnation und war auch immer eine Eiskunstlaufnation, aber es bleibt ein negativer Touch da», sagte der Coach der deutschen Paarlauf-Weltmeister Minerva Hase und Nikita Volodin in Berlin.
Trotz des seit viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dürfen russische Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufer unter neutralem Status - also ohne staatliche Symbole wie Nationalflaggen, Nationalkleidung und Nationalhymnen - bei Weltmeisterschaften und Grand-Prix-Wettbewerben wieder starten.
Schubert äußert klare Meinung
Voraussetzung ist, dass die Athletinnen und Athleten «zu keinem Zeitpunkt seit Februar 2022 diesen Krieg aktiv und öffentlich unterstützt haben», hatte die Internationale Eislaufunion (ISU) im Sommer erklärt. Der Weltverband hob damit das seit Februar 2022 bestehende Verbot für Aktive sowie Offizielle auf.
«Ich bin der Meinung, man sollte eigentlich jedes Land nicht zulassen, das einen Angriffskrieg führt. Diese Länder gehören nicht in eine friedliche sportliche Bewegung», sagte Schubert.
Kunkel übt Kritik am Zeitpunkt: «Warum jetzt auf einmal?»
Das zweite deutsche Top-Paar Annika Hocke und Robert Kunkel kann die Entscheidung ebenfalls nicht nachvollziehen. «Wir haben, glaube ich, beide den Zeitpunkt nicht verstanden. Warum jetzt auf einmal?», erklärte Kunkel und fügte hinzu: «Dann hätte man sich entweder die letzten vier Jahre klemmen können oder man ist weiterhin konsequent in der Entscheidung, die man vor vier Jahren getroffen hat.»
Die Gründe für den damaligen Ausschluss seien immer noch aktuell, betonte Kunkel, der 2023 mit Hocke EM-Bronze gewann. Sportlich ändere sich für die beiden nicht viel. «Eislaufen ist so unfassbar russisch dominiert, gerade Paarlaufen. Wir haben so viele Paare, die vorher für Russland gelaufen sind, weiter in Russland trainieren und einfach nur die Nationalität gewechselt haben.»
Auch die Olympia-Dritte Minerva Hase sieht sportlich keinen großen Unterschied. «Wir werden gegen die Paare laufen, die dort sind. Das wird unabhängig davon gesehen, aus welchem Land, aus welchem Gebiet sie kommen. Das ist nicht unsere Aufgabe, da Entscheidungen zu treffen», so die 27-Jährige, die seit der Saison 2023/2024 mit dem gebürtigen Russen Volodin bei internationalen Wettbewerben ein Paar auf dem Eis bildet. Im März bejubelte das Weltklasse-Duo erstmals WM-Gold, einen Monat zuvor gab es Bronze bei Olympia.
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