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So soll die neue Tribüne mit den Funktionsräumen (links) nach dem Neubau aussehen; rechts das neue Clubhaus mit Verbindung zur Tribüne. Skizze: CfR
So soll die neue Tribüne mit den Funktionsräumen (links) nach dem Neubau aussehen; rechts das neue Clubhaus mit Verbindung zur Tribüne. Skizze: CfR
Baustelle Brötzinger Tal: Der Rohbau des neuen Clubhauses steht (rechts), die marode Tribüne (links) soll im Frühjahr der Abrissbirne zum Opfer fallen.   Ketterl
Baustelle Brötzinger Tal: Der Rohbau des neuen Clubhauses steht (rechts), die marode Tribüne (links) soll im Frühjahr der Abrissbirne zum Opfer fallen. Ketterl
04.11.2015

1. CfR Pforzheim: Stadionausbau im Brötzinger Tal geht in die Verlängerung

Stell’ Dir vor, der 1. CfR Pforzheim steigt im Mai 2016 in die Regionalliga Südwest auf, und die Sanierung im Stadion Brötzinger Tal ist noch nicht fertig. Gut möglich, dass dieses Szenario eintritt. Die Oberliga-Mannschaft ist seit neun Spielen ungeschlagen und liegt in der Tabelle aussichtsreich auf Platz vier. Der Ausbau des Stadions verzögert sich um mehrere Monate, weil nachträglich beschlossen wurde, die marode Tribüne nicht zu sanieren, sondern abzureißen und an gleicher Stelle neu zu errichten (die PZ berichtete).

Nachdem der Gemeinderat grünes Licht für diese Maßnahme gegeben hat (Mehrkosten rund eine Million Euro), geht es nun an die Feinabstimmung. Die neue Tribüne soll neben den obligatorischen Zuschauerrängen (400 Sitzplätze), Umkleiden und sanitären Anlagen auch Funktionsräume erhalten, die andere Vereine nutzen können. Im Gespräch sind Bereiche für Gymnastik, Mutter-und-Kind-Turnen, ein Fitnessraum oder ein Kinderhort, wofür es schon eine Anfrage gibt. Klar ist auch, dass im Brötzinger Tal die enge Kooperation mit der Rugby-Abteilung des TV Pforzheim und den Footballern der Wilddogs fortgeführt werden soll.

Aktuell geht es darum, potenzielle Interessenten zu finden und mit diesen die Planungen voranzutreiben. Nach einer Ausschreibung, die der Sportkreis Pforzheim Enzkreis vorgenommen hat, haben sich rund ein Dutzend Vereine gemeldet. Noch im November soll es einen Infotermin mit Stadt, CfR, Sportkreis und den interessierten Vereinen geben. Dann will man die Vorstellungen aufeinander abstimmen. „Das ist eine relativ komplexe Angelegenheit“, sagt Markus Geiser, der Vorstandsvorsitzende des 1. CfR Pforzheim, der als Architekt genau weiß, wovon er spricht. Die Räume sollen so gebaut werden, dass ein hohes Maß an Fördergeldern zu generieren ist. Das dauert. Geiser hofft, dass man noch in diesem Jahr den Bauantrag stellen kann und die 1959 erbaute Tribüne im Frühjahr 2016 abgerissen wird. Dann soll es schnell an den Neubau gehen. Der könnte Ende 2016 stehen. Nach der Winterpause der Saison 2016/17 wäre das Stadion bespielbar.

Die Fertigstellung des Clubhauses, an dem gerade die Rohinstallation vorgenommen wird, eilt deshalb nicht. Denn ohne Tribüne, und damit auch ohne Umkleiden und Duschen, wird es im Brötzinger Tal keinen Spielbetrieb geben. „Ein Problem, das noch nicht gelöst ist“, sagt Geiser. Weil nicht alle Mannschaften des CfR auf dem Holzhof spielen und trainieren können, steht der Verein vor einer großen Herausforderung. Denkbar wäre eine Übergangslösung mit Duschen und Umkleiden in Containern.

Gut fünf Jahre nach der Fusion zwischen 1. FC und VfR Pforzheim befindet sich der CfR auf einem guten Weg. Das war nicht immer so. „Das Schiff wankte nach der Fusion schon ein Weilchen“, erinnert sich Markus Geiser an die schwierige Zeit nach der Verschmelzung. Der Kampf um eine ordentliche Sportstätte kostete Kraft und Nerven, sportlich lief es mittelprächtig. Doch jetzt strahlt Markus Geiser, wenn er über seinen Verein spricht, mit dem er in den vergangenen zwei Jahren 100 000 Euro Schulden abgebaut hat. Bei der Hauptversammlung im Februar 2015 wurden 401 000 Euro ausgewiesen. „Aber wenn wir so weiterarbeiten, muss Schuldenfreiheit keine Illusion sein“, blickt Markus Geiser optimistisch in die Zukunft.

Neben dem kompletten Abbau der Verbindlichkeiten hat der CfR-Boss zwei weitere Ziele im Auge: „Mittelfristig den Aufstieg in die Regionalliga schaffen und einmal die erste Runde des DFB-Pokals erreichen.“

Weil es im wörtlichen und übertragenen Sinne noch etliche Baustellen im Verein gibt, sieht Markus Geiser seine Mission beim CfR noch lange nicht beendet. „Ich werde mich bei der nächsten Mitgliederversammlung zur Wiederwahl stellen“, verspricht Geiser und betont. „Ich habe tolle Mitarbeiter im Verein und ich bin froh, dass endlich Ruhe ist.“

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