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Jung und torhungrig: Am Samstag feierten die CfR-Spieler um Torschütze Marco Rienhardt (Mitte) das 1:0 gegen Villingen mit den Fans. Anschließend vergaßen die Pforzheimer aber, das zweite Tor nachzulegen und wurden bestraft.  Foto: Becker 

1. CfR Pforzheim und die Oberliga: Kampf mit Gegner und Corona

Pforzheim/Oberachern. Es ist wahrlich eine schwierige Saison, die die Fußball-Oberliga zu absolvieren hat. Als wäre es nicht schon genug, dass die Saison coronabedingt später begonnen hat und mit einer auf 21 Mannschaften aufgeblähten Staffel 42 Spieltage absolvieren muss. Jetzt funkt auch noch dieses vermaledeite Virus immer wieder dazwischen. Mal fällt hier ein Spiel aus, mal muss da eine Partie abgesagt werden. Einer der Leidtragenden ist aktuell der 1. CfR Pforzheim. Dass das Team aus dem Brötzinger Tal an diesem Dienstag (18.00 Uhr) beim SV Oberachern ran muss, liegt daran, dass die Begegnung am ursprünglichen Termin (16. September) wegen eines Coronafalles bei den Gastgebern abgesagt wurde.

Überhaupt sind die Südbadener besonders hart von der Pandemie betroffen. In der Region rund um Offenburg ist das Risiko einfach höher, weil der wirtschaftliche und gesellschaftliche Austausch mit dem vom Virus noch schlimmer heimgesuchten Frankreich viel intensiver ist. Die Mannschaften Südbadens setzten traditionell auf starke Fußballer aus dem Elsass.

Positive Tests in Bissingen

Oberachern wurde zu Saisonbeginn von Corona ausgebremst, musste gleich die ersten Spiele absagen – und hat nun eine Menge Nachholspiele zu absolvieren. Drei Begegnungen des SVO fielen früh in der Saison aus, das nächste folgte am vergangenen Samstag, als das Derby gegen den SV Linx wegen eines Verdachtsfalles bei den Gästen abgesagt wurde.

Die nächste Absage kann die Pforzheimer bereits diese Woche erwischen. Beim kommenden Gegner FSV Bissingen, wo der CfR am Freitag antreten soll, gab es zuletzt ebenfalls positive Tests. Das Spiel im Württembergischen Pokal gegen Reutlingen fiel ebenso aus wie das Oberliga-Spiel am Samstag in Backnang. Gegen Pforzheim soll am Freitag aber gespielt werden. „Da vom Gesundheitsamt lediglich zwei Bissinger Spiele in Quarantäne versetzt wurden, findet die (...) Partie gegen 1. CfR Pforzheim Stand heute wie geplant statt“, teilte der Württembergische Fußball-Verband als spielleitende Behörde auf Anfrage der PZ mit.

Doch mit dem Spiel in Bissingen will und kann man sich beim CfR noch nicht befassen. Die volle Konzentration galt in den vergangenen zwei Tagen dem heutigen Spiel in Oberachern. Dass der gastgebende SVO gegenüber der Konkurrenz zwei bis drei Spiele zurückliegt und mit nur vier Punkten aus neun Begegnungen das Tabellenende ziert, liegt sicherlich auch an den Auswirkungen der Pandemie. Torsten Heinemann warnt davor, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. „Oberachern wurde bislang unter Wert geschlagen. Das wird mit Sicherheit schwer“, sagt der Sportvorstand des CfR.

Dabei hat die Pforzheimer Mannschaft bislang auch die schweren Aufgaben sportlich meist gut gelöst. Nur der Erlös stimmte häufig nicht, so wie am Samstag beim 1:1 im Heimspiel gegen den FC Villingen. Da machte der CfR aus vier bis fünf guten Möglichkeiten ein Tor, dem Gegner genügte dafür eine einzige Großchance.

Torsten Heinemann freut sich vor allem über das, was die Mannschaft auf dem Platz anbietet: „Natürlich vergeben wir zu viele Chancen. Aber wichtig ist für mich, dass wir uns diese Chancen überhaupt erst einmal erspielen.“

Robin Münst: „Wir haben Bock“

„Ganz bitter“, nannte Robin Münst das Resultat nach der Villinger Partie. Der junge Spielmacher hatte das Pforzheimer 1:0 durch Marco Rienhardt schön vorbereitet. In dieser Szene zeigte sich einmal mehr das Potenzial, das in der talentierten Mannschaft steckt. „Wir sind jung, wir haben Bock, miteinander zu kicken. Und wir verstehen uns auch außerhalb des Platzes gut“, sagt Münst. Sein Mittelfeldkollege Enes Türköz sieht das genau so: „Körperlich sind wir voll da. Wir müssen nur noch torgefährlicher werden.“

Die nächste Möglichkeit dazu bietet sich am Dienstag in Oberachern.