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16.06.2019

1. FC Ispringen im Freudentaumel: Aufstieg nach 3:1 gegen Eggenstein

Es ist Sonntag, kurz vor 19 Uhr, als der 1. FC Ispringen regionale Fußballgeschichte schreibt. Als vier, fünf Spieler des FC Alemannia Eggenstein gleichzeitig in sich zusammensacken. Tief enttäuscht. Und als sich eine blau-weiße Jubeltraube bildet, die sekündlich größer wird: Ispringer Spieler eilen herbei, hüpfen, jubeln. Schnell stoßen auch Nachwuchskicker hinzu, bereit, mit den Aufstiegshelden mitzufeiern. Denn jetzt ist es tatsächlich vollbracht: Ispringen, Zweiter der Kreisliga Pforzheim, schlägt Eggenstein, Zweiter der Kreisliga Karlsruhe mit 3:1 – und steigt in die Landesliga auf.

„Es ist ein unbeschreibliches Gefühl“ sagt wenige Minuten nach dem Relegationsfinale, für das 1695 Zuschauer nach Spielberg gekommen sind, Spielertrainer Michael Cycon. „Im November waren wir schon einige Punkte von der Spitze weg, doch dann ging ein Ruck durch die Mannschaft, wir haben uns gefangen und immer an uns geglaubt.“ Drei, vier weitere Sätze im Trockenen sind ihm danach noch vergönnt, ehe er direkt nach dem Interview mit Bier übergossen wird.

Im Spiel hatte Eggenstein nach acht Minuten das erste Ausrufezeichen gesetzt: Über links kommend setzt Sandro Prestel den Ball an die Unterkante der Latte, Justin Wagenführers Nachschuss pariert Dennis Glöckner im Ispringer Tor. Die Druckphase der Alemannia hält jedoch ebenso nur kurz an wie das folgende Dahinplätschern des Spiels.

Bildergalerie: 1. FC Ispringen nach Relegationserfolg im Freudentaumel

Denn nach gut 20 Minuten geben die Kabinenkings aus Ispringen Gas: Max Schweickert zieht nach einem schnellen Gegenstoß von der Strafraumgrenze ab – Eggenstein-Keeper Sven Däggelmann klärt mit einer Glanzttat (23. Minute). Michael Cycon versucht es aus gut 20 Metern – sein Mitspieler Kai Müller steht der Führung im Weg (28.). Nur eine Minute später schickt Müller Schweickert steil, der versucht es von rechts – Däggelmann pariert am kurzen Pfosten zur Ecke.

Wichtig für den weiteren Spielverlauf ist nach der Aussage mehrerer Ispringer dann das, was in der Pause in der Kabine passiert: Eine leidenschaftliche Traineransprache, in der an jenen steinigen Weg vom Kreisliga-Mittelfeld bis auf Rang zwei erinnert wurde. Michael Dorus Kommentar dazu: „Das hat den Ausschlag gegeben.“

Den Ausschlag etwa dafür, dass Ispringen mit dem unbedingten Willen zum Sieg in die zweite Hälfte startet. Wurde Cycons Doppelchance noch geklärt (49.), klingelt es drei Minuten später im Eggensteiner Kasten: Ein langer Ball auf rechts, Schweickert setzt sich durch, legt quer auf Müller. Der nimmt das Spielgerät an, dann ein zweiter, ein dritter Ballkontakt, um freie Bahn zu haben – und dann ab ins linke Eck. 1:0!

Auch neun Minuten später ist es ein langer Schlag aus der Abwehr, der den Erfolg einleitet. Sokoli spielt diesen von der Mittellinie weiter auf Schweickert. Der stürmt auf Däggelmann zu und lässt ihm mit einem platzierten Schuss ins rechte Eck keine Chance. Die Entscheidung leitet schließlich Doru mit einem Freistoß von links, der immer länger wird, was die Alemannie-Abwehr offenbar überrascht. Nicht aber Cycon: Der nimmt den Ball mit der Brust an und trifft zum 3:0.

Jetzt erst wacht Eggenstein auf: Eine Zeigerumdrehung später verkürzt Wagenführer nach einer Ecke, in der 83. Minute hat auch Kaufmann noch eine Riesenchance. Doch diese pariert Glöckner überragend – und beseitigt so die letzten Zweifel am Ispringer Aufstieg. „Damit wurde die Arbeit der vergangenen zwei, drei Jahre endlich belohnt“, resümiert Co-Trainer Marco Lindner. Doch angesichts der anstehenden Partynacht blickt er, inzwischen ist es kurz nach 19 Uhr, auch schon voraus: „Alle Spieler“, versichert er, „haben morgen frei.“