Karlsruhe. Zwei Dinge waren bei Trainer Christian Eichner nach dem 4:2-Sieg des Karlsruher SC in Würzburg offensichtlich: Er war erleichtert, und er war sehr angetan von der Leistung seiner Mannschaft. Die habe mit dem Anpfiff am Dallenberg da weitergemacht, wo sie nach der kurzen Weihnachtspause im Training wieder angefangen habe: „Sie war klar im Kopf, griffig, wach, konsequent, hat gezeigt, dass sie gewinnen will.“ Das habe sie mit ihrer Körpersprache zum Ausdruck gebracht und – zu den jeweils richtigen Zeitpunkten – auch mit Toren.
„Vier Treffer, drei verschiedene Torschützen“, hob „Eiche“ in diesem Zusammenhang lobend hervor, „ohne Philipp Hofmann“, der diesmal leer ausging. Die blau-weißen Torerwartungen lasten also nicht mehr allein auf den Schultern des zu Saisonbeginn noch von Abwanderungsgelüsten geplagten Goalgetters. Neun KSCler haben sich inzwischen in die Torschützenliste eingetragen. „Das sollte uns Mut geben für die nächsten Wochen“, blickt Eichner nach vorne. Seine Schützlinge bekommen es dann mit den Top-Mannschaften zu tun. Zunächst schon am Freitagabend mit Greu-ther Fürth, danach mit Kiel und Heidenheim.
Zweitbester Torschütze hinter Hofmann (7) ist Marvin Wanitzek. Zwei seiner bislang fünf Treffer erzielte der Mittelfeldspieler in Würzburg. Nach seinem 2:0 (28.) unterlief ihm zwar ein Eigentor (32.), das er aber noch vor der Pause mit einem Traumtor zum 3:1 wieder ausbügelte (44.). Er wachse immer mehr in die Rolle eines torgefährlichen Achters hinein, „der in den Strafraum reingeht, in die Box durchläuft und das gegnerische Tor bedroht“, sagt Eichner zu Wanitzeks Entwicklung.
Karlsruhes Co-Trainer Zlatan Bajramovic, ehemaliger bosnischer Nationalspieler (35 Einsätze), war früher selbst ein torgefährlicher Mittelfeldspieler. Der habe diesbezüglich viel mit Wanitzek gearbeitet und ihn offensiv ermutigt, berichtet Eichner.
Eine positive Entwicklung zeigt offensichtlich auch Tim Breithaupt (19). Der A-Junior wurde in der 86. Minute für den angeschlagenen Jerôme Gondorf eingewechselt. Seinen ersten Einsatz im Profifußball habe sich der defensive Mittelfeldspieler „in den letzten Wochen im Training mehr als verdient“, erklärte Christian Eichner und unterstrich, welch „großartige Arbeit“ im Karlsruher Nachwuchsleistungszentrum geleistet werde, „und wie gut die Leistungen der Jungs sind“.
Einigung mit Kreuzer
Zum Abschluss gebracht haben der KSC und sein Sportdirektor Oliver Kreuzer ihre Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung. „Alle noch offenen Punkte sind inzwischen geklärt“, teilte der frühere Vorstopper mit, dessen derzeitiges Arbeitsverhältnis am Adenauerring am 30. Juni enden würde. Jetzt soll alles zu Papier gebracht und dann unterschrieben werden.

