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Multi-Kulti bei den Kickers: Bei der Rückkehr in den Spielbetrieb setzt der C-Ligist auch auf einige Spieler mit afrikanischen Wurzeln (von links Amadou Bah, Juan Zahn, Ali Secka, Demba Sarr und Abdoulie Cham). Diese zauberten gleich beim 7:0-Sieg gegen die GU-Reserve.  Becker
Multi-Kulti bei den Kickers: Bei der Rückkehr in den Spielbetrieb setzt der C-Ligist auch auf einige Spieler mit afrikanischen Wurzeln (von links Amadou Bah, Juan Zahn, Ali Secka, Demba Sarr und Abdoulie Cham). Diese zauberten gleich beim 7:0-Sieg gegen die GU-Reserve. Becker
Mit der GU im Aufwind: Kapitän Samet Uzun (links), hier beim 3:2-Sieg gegen Buckenbergs Tim Krämer.  Ripberger
Mit der GU im Aufwind: Kapitän Samet Uzun (links), hier beim 3:2-Sieg gegen Buckenbergs Tim Krämer. Ripberger
Sascha Boller
Sascha Boller
Felix Zachmann
Felix Zachmann
22.08.2017

Auf Ballhöhe: Das wird eine super Saison!

Der Ball rollt wieder im Fußballkreis Pforzheim – und die Mannschaften haben uns schon am ersten Spieltag mit vielen Toren verwöhnt. Während in der Bundesliga in neun Spielen nur 15 Tore fielen, waren es in der Pforzheimer Kreisliga in acht Partien 37 (Schnitt: 4,6 Tore pro Spiel), in der A1 28 (3,5) und in der A2 31 (4,4). Es geht also schon mal gut los. Die Fußballfans können sich auf eine spannende Saison freuen.

GU-Türken: eine coole Truppe

Hat die GU-Türkischer SV Pforzheim das Zeug zur Meisterschaft? Das fragen sich die Experten, nachdem die Mannschaft von Trainer Kamil Manzak bisher im Kreispokal kräftig auftrumpfte und nun auch im ersten Ligaspiel der Kreisliga den Landesliga-Absteiger und Mitfavoriten FSV Buckenberg mit 3:2 bezwang – und das nach einem 0:2-Rückstand. „Unser Wille macht uns stark“, sagt Manzak und nennt einen der Gründe für den derzeitigen Lauf seines Teams. „Wir sind aber auch eine coole Truppe, die Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern stimmt.“

Eine absolute Verstärkung ist natürlich Murat Cetinkaya, der mit seiner Oberliga-Erfahrung (2003 bis 2005 beim 1. FC Pforzheim) die Mannschaft führt. Voll eingeschlagen haben aber auch Maximilian Wild (Manzak: „Ein extrem fleißiger Junge“) vom TSV Grunbach, der als Allrounder auf jeder Position einsetzbar ist. Ebenso Emre Arslan vom TSV Heimsheim, der sich super schnell integriert hat im Team von Kapitän Samet Uzun. „Es läuft gut bisher, hoffentlich geht es so weiter“, sagt Kamil Manzak, der die Mannschaft in der vergangenen Saison in der Winterpause übernommen hatte und mit ihr am Ende der Runde Vierter wurde.

Ist in dieser Saison sogar mehr drin? „Nach unserem Aufstieg in die Kreisliga haben uns in der vergangenen Saison viele Mannschaften unterschätzt, deswegen glaube ich, wird die zweite Saison schwieriger für uns. Doch wir haben großes Selbstvertrauen, wollen unter den ersten Fünf mitspielen. Dafür müssen wir uns aber kräftig strecken“, so Manzak, dessen Team neben dem FSV Buckenberg, dem FV Öschelbronn, SV Huchenfeld und TSV Grunbach als Geheimfavorit ins Rennen gegangen ist.

Am zweiten Spieltag muss die GU am Sonntag daheim gegen die Spvgg Coschwa ran, die zum Auftakt eine bittere 2:5-Schlappe gegen Fatihspor Pforzheim hinnehmen musste. Mal sehen, ob der Höhenflug der Manzak-Truppe anhält.

Österreich-Flair in Grunbach

Einen gelungenen Einstand feierte Sascha Boller beim TSV Grunbach. Der ehemalige Profi (u.a. SV Grödig/Österreich) führte den Kreisligisten im ersten Spiel zu einem 6:3-Heimsieg. „Das war in Ordnung“, meinte der 33-Jährige, der in der vergangenen Saison noch Spielertrainer beim Landesligisten Kickers Büchig war.

Doch Boller zog es fußballerisch wieder in den Kreis Pforzheim. Und das, obwohl er mit seiner Frau in Bruchsal lebt. Seinen Arbeitsplatz hat er allerdings auf der Wilferdinger Höhe. Somit muss er ein paar Kilometer fahren, wenn es zweimal in der Woche zum Training nach Grunbach geht. Doch das macht Boller nichts aus. Er hat Spaß – vor allem, weil er in Grunbach mit seinen Kumpels Marcel Farr und Frederik Kosalla zusammen ist. Und: „Es hat auch etwas von österreichischem Flair da oben“, schmunzelt der erfahrene Kicker, der auch gleich die Kapitänsbinde übernahm.

Seine Routine soll Grunbach in dieser Runde zum Höhenflug verhelfen. Nach Platz drei in der Vorsaison will man wieder oben anklopfen. „Die Truppe ist gut, wir haben viele junge Spieler, die wollen, und drei bis vier erfahrene, die sagen, wo es lang geht“, erklärt Boller, der beim TSV vor allem die Defensive ordnen soll. „Ich hoffe, dass wir oben angreifen können, aber das Wichtigste ist, dass ich fit bleibe und Spaß mit den Jungs habe.“

Comeback beim SV Huchenfeld

Felix Zachmann ist zurück – zurück beim SV Huchenfeld, wo er in der Jugend bis zum zwölften Lebensjahr spielte. Danach führte ihn sein Weg über Germania Brötzingen, den VfR Pforzheim, 1. FC Birkenfeld zum FC Nöttingen, dem er zehn Jahre die Treue hielt. Seit dieser Runde trägt er wieder den Huchenfelder Dress. Und am Sonntag ging es gleich mal mit einem 4:2-Sieg gegen den TSV Weiler los.

Wie war die Umstellung von der Oberliga zur Kreisliga?

„Interessant“, so Zachmann, „man unterschätzt das Ganze. Auch in den unteren Klassen wird guter Fußball gespielt. Einige Kicker haben es echt drauf.“

Zaungast bei Zachmanns Rückkehr war Timo Brenner. Der Kapitän des FC Nöttingen sah ein packendes Duell gegen Weiler, sein Ex-Teamkollege kurbelte als Achter (Zachmann: „Ich spiele jetzt einen Tick offensiver“) das Huchenfelder Spiel an und jubelte am Ende über einen 4:2-Sieg. Der erste Schritt ist getan. „Platz eins bis drei sollten schon drin sein“, meint Zachmann, der als spielender Co-Trainer seinen Kumpel und Spielertrainer Timo Fuhrmann unterstützt. Selbst mal Cheftrainer zu sein, kann sich Zachmann gut vorstellen, doch erstmal will er noch selbst „drei, vier Jahre“ spielen. Und das in seinem Wohnort Huchenfeld. „Die Rahmenbedingungen hier mit der Sportanlage sind top. In Huchfeld will ich älter werden“, grinst der 29-Jährige.

Kickers für die C-Liga zu stark?

Abdonlie Cham, Demba Sarr, Mateusz Jan Niepras, Marian-Ciprina Fechet, David Alejandro Soto Trujillo oder auch Ali Secka – diese Namen müssen Sie sich merken, denn womöglich wird man den ein oder anderen bald in der Kreisliga kicken sehen. Derzeit sind sie beim C-Ligisten SV Kickers Pforzheim am Ball und helfen dort beim Neuanfang mit. Nach einem Jahr Auszeit sind die Kickers wieder am Start. Und der Neubeginn in der C1 war vielversprechend. Mit 7:0 fegte die zusammengewürfelte Mannschaft von Trainer Mehmet Güldal die GU-Reserve vom Platz. Spazieren die Kickers womöglich locker in die B-Klasse? „Unser Kader hat die Qualität in der Liga zu bestehen“, hält Güldal den Ball noch flach. Klar ist aber, dass er schnellstmöglich in die B-Klasse aufsteigen will.

Und zwar mit einer Multi-Kulti-Truppe. Die Spieler haben ihre Wurzeln in Ghana, Sambia, Polen, Spanien, Rumänien, Bulgarien oder in der Türkei. Aber auch eine Handvoll deutscher Spieler mischt bei den Kickers mit. Wie klappt da die Verständigung? „Beim Fußball gibt’s nur eine Sprache“, grinst Mehmet Güldal, „und die versteht jeder“. Tatsächlich wird bei den Kickers auch Englisch und Französisch gesprochen.

Gejubelt wird also international – und das am besten so oft wie möglich. „Wir versuchen weiterhin, ein starkes Team aufzubauen, mal sehen, was am Ende dabei herausspringt“, so Güldal.