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Zusammen mit Trainer und Betreuern feierten die Spielerinnen der Rutronik-Stars Keltern vergangene Saison drei Titel, darunter die deutsche Meisterschaft. Jetzt aber bricht das Team auseinander. Hier ein kurzer Überblick, wer bleibt und wer geht. Hinten von links Adrijana Cvitkovic (geht), Harriet Belobi-Nawezhi (geht), Sanja Mandi (bleibt), Jasmine Thomas (geht), Janne Pulk (geht), Talylor Mingo (geht), Mailis Pokk (bleibt); vorne von links Krystal Vaughn (geht), Alexandria Kiss Rusk (bleibt), Emanuella Mayombo (geht), Milica Deura (bleibt), Josipa Pavic (bleibt).  Foto: Rpiberger/PZ-Archiv 

Auf großen Erfolg folgt der Neuaufbau - Rutronik Stars Keltern verlieren Stammkräfte nach Triple-Saison

Keltern. Es war die erfolgreichste Saison in der Geschichte der Basketballerinnen des Grünen Stern Keltern. Die Bundesliga-Mannschaft, die unter dem Namen Rutronik Stars Keltern firmiert, holte sich das Double aus Meisterschaft und Pokal und gewann zudem den Pokal der Saison 2019/20, dessen Finals mit Verspätung gespielt worden waren. Ein Triple der ganz besonderen Art also.

„Wir wollen diese erfolgreiche Spielzeit bestätigen, aber einfach wird es nicht“, sagt Dirk Steidl. Der Chef von Kelterns Basketballerinnen, weiß, dass die Rutronik Stars die Titelverteidigung in Liga und Pokal mit einer anderen Mannschaft versuchen müssen. Denn mehrere Stammspielerinnen der Erfolgssaison haben den Verein verlassen.

Herausforderung und Auszeit

Jasmine Thomas, Andrijana Cvitkovic und Emmanuella Mayombo wollen es in europäischen Top-Ligen (dazu zählt die DBBL-Bundesliga nicht) versuchen. Und Krystal Vaughn nimmt sich eine Auszeit. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie zur Rückrunde wieder ins Team von Keltern zurückkehrt. Sicher ist es aber auch nicht. „Man muss ihr die Zeit geben, damit sie in sich hinein hört, was ihr Körper sagt“, berichtet Christian Hergenröther.

Kelterns Trainer steht nun vor der Mammutaufgabe, das Team rundzuerneuern. Schließlich werden auch Taylor Mingo, Janne Pulk und Harriet Belobi-Nawezhi bei der Titeljagd 2021/22 nicht mehr dabei sein. Damit fehlen den Sternen rund zwei Drittel der 2020/21 erzielten Korbpunkte und mehr als die Hälfte der Rebounds. Das muss erst einmal ersetzt werden. Für Hergenröther ist die Herausforderung aber nicht neu.

„Nach dem letzten Meistertitel konnten wir nur eine Spielerin halten. Jetzt sind es immerhin fünf“, sagt er.

Weiter planen kann er nämlich mit Sanja Mandic, Milica Deura, Mailis Pokk. Josipa Pavic und Alexandria Kiss-Rusk.

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Um dieses Quintett herum muss das neue Team gebaut werden. Die ersten zwei Neuzugänge hat Keltern bereits verpflichtet, beide für den Spielaufbau (Guard-Position): Die auf den Bahamas geborene Lashann Higgs kommt vom spanischen Erstligisten Bembibre. „Sie hat enormes Potenzial und wird sich mit Sicherheit noch steigern könnern“, sagt Hergenröther. In Spanien war die US-Amerikanerin mit 15,8 Punkten pro Partie drittbeste Scorerin. „Das wird man nicht so einfach“, sagt ihr künftiger Coach.

Auch der zweite Neuzugang ist im Spielaufbau eingeplant. Matea Tavic ist bosnische Nationalspielerin und lebt mit ihrer Familie seit Jahren in Berlin. Vergangene Saison spielte zunächst in der ersten französischen Liga bei Hainaut, wechselte dann nach Bulgarien, wo sie mit ihrem Team Meister wurde.

Drei Neue noch

Es bleibt aber noch etwas Zeit, das Team zu ergänzen. Die Saison beginnt am zweiten September-Wochenende mit Pokalspielen, am letzten September-Wochenende steht dann der erste Bundesliga-Spieltag auf dem Programm. Drei Neuzugänge will Dirk Steidl noch verpflichten, am Ende soll der Kader mit zehn Spielerinnen bestückt sein, im besten Fall soll jede Position doppelt besetzt sein. Das bedeutet, dass sowohl auf den „kleinen“ Positionen im Spielaufbau als auch bei den „großen“ Positionen unter dem Korb noch Handlungsbedarf besteht.