Karlsruhe. Am Montag mussten zwei Straßenbahnen des öffentlichen Nahverkehrs in Karlsruhe im Depot bleiben, weil Stuttgarter Fans sie mit Fuck-Fingern, dem Slogan „Anti-KA“ und der eigenen Unterschrift („CC“ für die Ultragruppe „Commando Cannstatt“) besprüht hatten. Es sind die ebenso kostspieligen wie kindischen Vorboten eines Derbys, das zu den brisantesten der Republik zählt.
Beim letzten schwäbisch-badischen Aufeinandertreffen 2017 wurde aus dem KSC-Block Leuchtspur auf den Platz geschossen, insgesamt wurden 20 Polizisten verletzt. Um zu verhindern, dass sich das wiederholt, werden nun beim Derby am kommenden Sonntag nur knapp 4000 statt der sonst üblichen 6000 Gästefans in die mit 56.880 Zuschauern ausverkaufte Arena gelassen. So soll ein Pufferbereich rund um den Auswärtsblock entstehen. Zudem dürfen die KSC-Anhänger weder Schwenk- noch Blockfahnen mitnehmen, auch Spruchbänder und Choreographien, Rucksäcke und Damen-Handtaschen werden konfisziert.
Dass das zur Deeskalation beiträgt, wenn der Rest des Stadions kaum Einschränkungen unterliegt, bezweifeln Karlsruher Fanvertreter. In Stuttgart hört man indes, die KSC-Fans hätten den Vertrauensvorschuss 2017 missbraucht, dementsprechend streng fielen nun die Konsequenzen aus. „Es gibt eine klare rote Linie in Stuttgart. Die lautet: keine Gewalt, weder gegen Menschen noch gegen Sachen“, sagt der Polizeivizepräsident Thomas Berger. Wer sich vermummt oder mit Pyrotechnik erwischen lässt, wird nach Karlsruhe zurückgeschickt. Das Gleiche gilt für die Insassen von Bussen und Bahnen, sofern die beschädigt werden.

