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© Symbolbild: dpa
31.07.2017

Beute machen im Krieg der Fußballfanatiker: Mit Gewalt Fanschals geraubt

Stuttgart-Bad Cannstatt. Fußball ist Sport. Und eigentlich nur ein Spiel, das Spaß machen soll. Für manche aber scheint es so etwas wie Krieg zu bedeuten. Ein Krieg der Fans, in dem es unter anderem gilt, möglichst viel Beute zu machen. So hat eine vermutlich sechsköpfige Gruppe Unbekannter am Sonntagabend im Bahnhof Bad Cannstatt zwei 18 Jahre alte Männer beraubt. Die mit Gewalt erpresste Beute: Fan-Artikel.

Die beiden jungen Männer, beide mit Trikots des Fußballvereins Rapid Wien bekleidet, waren um 19.20 Uhr in der Unterführung des Bahnhofs Richtung Kegelenstraße unterwegs, als sie von einer Frau aus der Sechser-Gruppe auf ihre Trikots angesprochen wurden. Sie wurden aufgefordert, die Fanutensilien herauszugeben. Als die beiden sich weigerten, schlug ein Mann aus der Gruppe einem der beiden 18-Jährigen mit der Faust aufs Ohr. Aus Angst händigten die beiden jungen Männer fünf Schals und eine Tasche mit dem Logo des 1. FC Nürnberg (es gibt eine Fan-Freundschaft zwischen FCN und Rapid) im Gesamtwert von etwa 90 Euro aus.

Die Frau durchsuchte ihre Rucksäcke nach weiteren Fanartikeln, ließ aber Wertsachen unberührt. Anschließend flüchtete die Gruppe Richtung Wilhelmsplatz.

Angesprochen hatte die beiden eine Frau, zirka 20 Jahre alt, schlanke Statur mit einem dunkelblonden Pferdeschwanz. Sie hatte sonnengebräunte Haut und trug ein schwarzes T-Shirt und eine Sonnenbrille in den Haaren. Außerdem hatte sie ein Fahrrad bei sich. Der Mann, der zugeschlagen hatte, war etwa 1,85 Meter groß und trug einen dunkelgrauen oder schwarzen Kapuzenpullover ohne Aufschrift, eine schwarze Jogginghose und eine Sonnenbrille. Eine dritte Person war männlich, hatte eine etwas kräftigere Statur und trug ein weißes Trikot. Die vierte Person war ebenfalls männlich, hatte eine normale Statur und trug ein Trikot des 1. FC Kaiserslautern (es gibt eine Fan-Freundschaft zwischen FCK und VfB Stuttgart). Zwei weitere Personen konnten die beiden Geschädigten nicht näher beschreiben.

Zeugen werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei unter Telefon (0711) 89905778 zu melden.