Pforzheim. Aus zwei Clubs wurde einer, aber die Probleme scheinen sich zu vermehren. Das wurde bei der Mitgliederversammlung des Fusionsvereins 1. CfR Pforzheim im Clubhaus auf dem Holzhof deutlich. Denn bei der Renovierung und dem Umbau der Spielstätte Brötzinger Tal herrscht Stillstand. Die Vereinsfinanzen sind in keinem guten Zustand. Und der sportliche Erfolg bleibt aus, was nicht zuletzt die beiden bereits vollzogenen Trainerwechsel bei der 1. Mannschaft (Verbandsliga) und 2. Mannschaft (Kreisliga) dokumentieren. Lediglich die Nachwuchsarbeit gibt Grund zur Freude.
{element}Der Vorstandsvorsitzende Markus Geiser beklagte in seinem Bericht vor allem, dass sich beim Stadionumbau derzeit nichts bewege, obwohl der Gemeinderat der Maßnahme zugestimmt hat und die Pläne praktisch fertig in der Schublade liegen. „Wir brauchen dringend eine Aufbruchstimmung“, lautete Geisers Appell an die Stadt. Diese Aufbruchstimmung könne der Umbau bringen. Ansonsten, so seine Vorschau, könne der Verein ohne sportlichen Erfolg nicht eine weitere Saison mit der Finanzierung beider Sportstätten auf dem Holzhof und im Brötzinger Tal absolvieren. „Dann gibt es Einschnitte im Spielbetrieb, auch wenn wir absteigen.“
{element}Damit hatte Geiser auch schon zu den Ausführungen von Wolfgang Fischer übergeleitet, der im Vorstand für die Finanzen zuständig ist. „Und die geben keinen Anlass zur Freude“, so Fischer. Die vergangene Saison hätte der CfR mit einem Minus von 42.500 Euro abgeschlossen, im Sommer hätten sich die Verbindlichkeiten des Vereins bereits auf 363.000 Euro belaufen. „Jetzt sieht es aber schon wieder ein bisschen besser aus“, so Fischer, der berichtete, dass die Situation bisweilen zum Verzweifeln sei. „Aber es lohnt sich noch, sich für diesen Verein einzusetzen“, lautete sein abschließender Appell.
Marco Stuff, der im Vorstand für den sportlichen Bereich zuständig ist, berichtete von bewegten Tagen und Wochen. Nachdem der sportliche Erfolg in der Verbandsliga ausblieb, sei starker Druck von außen aufgekommen und man habe beschlossen, sich von Trainer Alexander Keller zu trennen. Für die Nachfolge gebe es derzeit mehrere Optionen. Stuff sieht aber vor allem die Mannschaft in der Pflicht und kündigte an die Adresse der Spieler „weitere Aktionen“ an.
Allerdings musste sich Stuff im Laufe des Abends auch Kritik aus den Reihen der Mitglieder anhören. Als sportlicher Leiter habe er auch eine Verantwortung für die Entwicklung. Dieter König wurde konkret: „Wir haben im Verwaltungsrat beschlossen, dass wir drei gute Neuzugänge von außen holen. Stattdessen haben wir acht Mitläufer geholt“, so seine Kritik. Ähnlich sah es Horst Bauer: „Die sportliche Leitung muss sich fragen, ob sie Fehler gemacht hat. Wir haben schon beide Trainer gewechselt. Und es ist nicht gelungen, die Spieler aus dem eigenen Nachwuchs einzubauen, wie es geplant war.“
Stuff entgegnete, dass man nach der Erfahrung der vergangenen Saison den Kader in der Breite verstärken wollte. Er gestand ein, dass die Neuzugänge nicht alle die erhofften Verstärkungen seien. „Aber wir werden alles auf den Prüfstand stellen und uns gegebenenfalls von Spielern trennen“, sagte er. Udo Koller

