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Sorgt auf und neben dem Platz für Wirbel: Stanley Ratifo  Foto: Ripberger, PZ-Archiv 

CfR Pforzheim bittet Stanley Ratifo zu Drogentest und klärendem Gespräch

Pforzheim. Großen Wirbel hatte vor einer Woche ein Interview von Stanley Ratifo im Fußball-Magazin „11Freunde“ ausgelöst, das durch eine Kooperation mit dem Fußball-Fachblatt auch in der „Pforzheimer Zeitung“ erschienen war.

Darin gab der schnelle Angreifer des Fußball-Oberligisten 1. CfR Pforzheim zu, ab und an auch an einem Joint zu ziehen.

Hintergrund dieser Aussage ist, dass der 24-jährige Neuzugang des CfR derzeit an seiner Musikerkarriere als Rapper bastelt. Insider vermuten, dass die Aussage von Ratifo auch ein Marketing-Gag war, um die Karriere zu pushen und die neuen Songs zu promoten.

Beim 1. CfR Pforzheim war man überrascht und fand die entsprechende Interview-Passage gar nicht lustig. „Bestimmte Passagen habe ich dreimal lesen müssen“, sagte CfR-Vorstandsvorsitzender Markus Geiser am Tag nach Veröffentlichung des Interviews und kündigte an, Ratifo zu einem Gespräch zu laden. Dieses fand nun am vergangenen Montag statt. Über das Resultat der Besprechung, an der neben Ratifo noch der CfR-Vorstandsvorsitzende Markus Geiser und zwei Berater von Ratifo teilnahmen, unterrichtete der CfR die Öffentlichkeit am Dienstag mit einer Presseerklärung.

Wie nicht anders zu erwarten, spricht sich der Verein „ausdrücklich gegen Rassismus, Gewalt und Drogen aus“, wie es wörtlich in der Pressemitteilung heißt. Ratifo habe in dem Gespräch mit dem Vorstand ausdrücklich die Unterstützung dieser Werte unterstrichen. „Um Klarheit bezüglich eines im Raum stehenden Drogenkonsums zu schaffen, unterzog sich Ratifo am Ende des Gesprächs freiwillig einem Drogen-Schnelltest. Dieser war – wie erwartet – negativ“, schreibt der CfR in seiner Mitteilung.

Weiter weißt der CfR darauf hin, dass der 24-jährige Offensivspieler in den vergangenen Jahren in der Regionalliga aktiv gewesen sei und darüber hinaus Spieler der Nationalmannschaft von Mosambik sei. „Im Rahmen dieser Einsätze finden regelmäßig Drogen- und Dopingtests statt. Ein Spieler, der Drogen konsumiert, könnte ohnehin kaum Sport auf diesem Niveau treiben“, glaubt man beim CfR.

CfR: Angelegenheit erledigt

„Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse und des Gesprächs mit dem sympathischen Stürmer ist die Angelegenheit damit für den 1. CfR Pforzheim erledigt. Die genannten Vorwürfe betrachtet der Vorstand als haltlos und unbegründet. Es ist zudem nicht Aufgabe des Vereins, die künstlerischen Ansätze in Ratifos Musik zu bewerten“, endet die CfR-Erklärung.

Die Pressemitteilung beginnt indessen mit einer Aussage, die irreführend ist. In den letzten Tagen hätten mehrere Medien über den angeblichen Drogenkonsum von Spielern des 1. CfR Pforzheim berichtet, behauptet der CfR. Fakt ist, dass im „11Freunde“-Interview, das auch die PZ abdruckte, in keiner Weise über Drogenkonsum von CfR-Spielern die Rede ist. In dem Interview behauptet lediglich Stanley Ratifo, dass er angeblich ab und zu an einem Joint zieht.

Drogen-Schnelltest

Es gib viele Arten von Drogen-Schnelltests auf dem Markt. Bei Stanley Ratifo wurde nach PZ-Informationen ein handelsüblicher Urintest, der in der Apotheke erworben werden kann, angewendet. Mit dem Test kann man den Wirkstoff THC beim Konsum von Marihuana oder Cannabis nachweisen. Bei einmaligem Konsum bis zu zehn Tage, bei starkem Konsum bis zu sechs Wochen.

Mehr dazu: 

Wirbel um Drogen-Geständnis: Was der 1. CfR Pforzheim zum Ratifo-Interview sagt