Viele Chancen ließ der CfR um Kapitän Dominik Salz auch in Villingen aus. Dennoch hat der Club jetzt eine gute Ausgangslage in der Oberliga. Foto: Becker, PZ-Archiv
Sport
CfR Pforzheim nach 2:1 Sieg in Villingen zwischen Euphorie und Realismus
  • Martin Mildenberger

Pforzheim.Ein kurzer Dialog auf der Facebook-Seite des 1. CfR Pforzheim mag die Stimmung der Fans nach dem 2:1-Sieg des Fußball-Oberligisten beim Spitzenteam FC Villingen charakterisieren. „Heute ist nicht mal Uwe Zorn(ig)“, schreibt Ralf Landgraf in Richtung des in der Regel sehr kritischen CfR-Fans Uwe Zorn. Der postet mit einem Augenzwinkern zurück: „Stehe noch unter positivem Schock.“

Überaus positiv sieht auch Torsten Heinemann die Leistung seines CfR im Stadion am Friedengrund. Der Sportvorstand hofft, dass die Mannschaft die Gunst der Stunde nutzt und weiter im Windschatten Richtung Spitzengruppe surft. „Und in der Rückrunde kommen alle Spitzenmannschaften zu uns...“, sagt Heinemann. In der Tat müssen alle sieben Mannschaften, die aktuell in der Tabelle vor dem CfR stehen, in der am 1. Dezember beginnenden Rückrunde im Stadion Holzhof antreten. Der Wunsch, doch noch ganz weit vorne in der Tabelle zu landen, nimmt bei vielen CfR-Fans wieder Gestalt an, auch bei Torsten Heinemann.

Von derlei Rechenspielen will Markus Geiser nichts hören. Er hält den Ball verbal flach. „Ich bin überhaupt nicht euphorisch. Euphorisch war ich nach der Auslosung im DFB-Pokal“, sagt der Vorstandsvorsitzende des CfR. Wie viele Fans war Geiser in den vergangenen Wochen ein wenig genervt ob der wechselhaften Darbietungen der Mannschaft, die vor allem vor dem gegnerischen Tor immer wieder versagte und auch allerbeste Torchancen liegenließ. So auch in Villingen, als man nach den Toren von Akiyoshi Saito und Dominik Salz noch um den Sieg bangen musste, weil vor allem Stanley Ratifo (57. und 62. Minute) und Dominik Salz (87.) glasklare Tormöglichkeiten ausließen.

Das sollte im nächsten Heimspiel nicht passieren. Denn am kommenden Samstag gastiert das Oberliga-Kellerkind SV Spielberg im Stadion Holzhof (14.00 Uhr). Im prestigeträchtigen mittelbadischen Derby hat der CfR die große Chance, sich mit einem weiteren Dreier ganz fest am oberen Drittel festzubeißen. Dann könnte man eine Woche später die Vorrunde mit dem Oberliga-Hit beim SSV Reutlingen und dem Wiedersehen mit Ex-Trainer Teo Rus ausklingen lassen.

Torsten Heinemann hofft gegen Spielberg auf guten Besuch im Stadion Holzhof. „Dieses Jahr haben wir eine wahnsinnig tolle und spannende Oberliga. Ich hoffe, dass unsere super Leistung in Villingen die Fans in Pforzheim mobilisiert“, sagt der Sportchef.