Problemstellung: Der CfR – hier mit Willie Sauerborn (Zweiter von links) – brachte Ravensburgs Defensive immer wieder in Nöte. Becker
Sport
CfR besiegt Ravensburg mit 2:0 und ist in der Erfolgsspur zurück
  • Bruno Knöller

Der Bann ist gebrochen: Nach drei Unentschieden in Folge hat Fußball-Oberligist 1. CfR Pforzheim zu alter Stärke zurückgefunden. Mit seinem 2:0-(0:0)-Erfolg im Brötzinger Tal gegen den FV Ravensburg konnte das Team um Kapitän Maurizio Macorig die rund 350 Zusschauer voll überzogen.

„CfR ist überragend“

Mehr noch: In den jüngsten acht Meisterschaftspartien wurde der Fusionsverein in Baden-Württembergs höchster Spielklasse nur einmal besiegt. Das größte Kompliment kam vom Ravensburger Steffen Wohlfahrt, der seit neun Jahren eine Institution bei den Oberschwaben ist — zunächst fünf Jahre als Spieler, dann über Nacht vier Jahre als ungelernter Trainer — und jetzt zu Christian Streich in Freiburg in die Lehre geht: „Schon in der Vorrunde war Pforzheim die spielerisch beste Mannschaft gegen die wir gespielt haben. Der CfR ist überragend.“ Allerdings zeigte Pforzheims Coach Volker Grimminger Verständnis: „Wenn Ravensburg mit voller Kraft kommt, kann das anders aussehen.“ Denn: Die Elf mit der weitesten Anreise in die Goldstadt (217 Kilometer) hatte am Mittwoch beim 3:2-Erfolg in Reutlingen Körner lassen müssen. Außerdem fehlten dem FVR, laut Wohlfahrt, zwölf Akteure.

Weil Denis Latifovic an einem Muskelfaserriss laboriert und sich Denis Gudzevic kurzfristig am Knie verletzte, musste Grimminger auf zwei Positionen gegenüber dem 2:2 eine Woche zuvor in Backnang umstellen. Für sie standen die dort eingewechselten Stanley Ratifo und Willie Till Sauerborn von Anfang an auf dem Feld. Sie zählten zu den auffälligsten, wenn auch nicht glücklichsten Akteuren.

Von Beginn an bestimmten die Platzherren das Geschehen, wenngleich der württembergische Pokalsieger des Jahres 2016 immer wieder gefährliche Nadelstiche setzte. Nachdem der stets agile Yunus Emrec Kahriman schon in der 12. Minute den Ersatz-Torwart der Gäste, Haris Mesic, geprüft hatte, donnerte Kahriman den Ball an den Pfosten (29.). Auch Stanley Ratifos Nachschuss traf den Pfosten. Kurz vor dem Pausenpfiff zwangen Sauerborn (44.) und Ratifo (45.) den deutsch-bosnischen Schlussmann erneut zu Glanzparaden. Dagegen verzeichneten die Oberschwaben lediglich durch einen sehenswerten Hackentrick von Dennis Blaser (43.), der mit einem Lattenschuss endete, eine nennenswerte Chance.

Was sich längst abzeichnete, war kurz nach Wiederbeginn fällig: Salvatore Catanzano legte zurück auf den vom SV Großaspach umworbenen Robin Münst, der aus 18 Metern flach ins lange Eck schoss und seinen fünften Saisontreffer verbuchte (47.)

Großes Saisonziel vor sich

Nach einem Schuss von Sauerborn und einer Fußabwehr durch Mesic (60.) und einem Lattentreffer des CfR durch Catanzano (70.) fiel die Entscheidung durch Pforzheims zielsichersten Kicker Noah Lulic: Die Vorarbeit durch Lukas Böhm verwertete er mit einem Flachschuss ins linke Eck zu seinem 13. Saisontor (78.). Zu seinem insgesamt vierten Aluminium-Treffer kam der CfR zwei Minuten später, als Cantanzanos Ball am Pfosten landete.

Treffend fasste Torschütze Münst die 90 Minuten zusammen: „Wir hatten den Gegner von Anfang an gut im Griff, den Ball gut laufen lassen, wenig Chancen zugelassen und das Gegenpressing beherrscht.“ Woran es dennoch klemmt, ergänzte Catanzano: „Wir müssen mehr Tore machen. Das gilt auch für mich.“

Trainer Volker Grimminger hat noch ein großes Saisonziel ausgegeben: „Ich will die beste Platzierung erreichen, seit der CfR in der Oberliga spielt.“ Drei Punkte an diesem Mittwoch (19 Uhr) im Nachholspiel Zuhause gegen den SV Oberachern können auf diesem Weg dazu ein wichtiger Schritt sein.“