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Mittelfeldass Philipp Strobel spielte schon zwei Jahre in Southampton. 
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Robin Münst von der SKV Rutesheim gilt als großes Talent. 
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An Maurizio Macorig von Wormatia Worms war der CfR schon länger dran. 
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Marco Rienhardt wechselt vom Oberligakonkurrenten FSV Bissingen. 
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Der ungarische Junioren-Nationalspieler Tamás Herbály ist eine wahre Frohnatur. 
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Yusuf Tirso vom SV Sandhausen will sich als Torhüter durchsetzen. Nabinger 
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Der Ball verbindet, ansonsten hielten CfR-Sportvorstand Torsten Heinemann (links) und Sportdirektor Giuseppe Ricciardi gestern bei einem Gespräch in der PZ-Redaktion schön Abstand. Jahn 

CfR verjüngt seinen Kader – Regionalliga-Aufstieg ist kein Thema

Ach, wie war das vor der Corona-Krise doch schön. Am Vatertag traf man sich mit den Kumpels, belud den Bollerwagen mit reichlich Erfrischendem und zog über die Wiesen und Felder. Dieses Jahr ist alles anders. Ausflüge in großen Gruppen gab es nicht. Die meisten blieben zu Hause.

Torsten Heinemann und Giuseppe Ricciardi vom 1. CfR Pforzheim entschlossen sich gestern, die Zeit anders zu nutzen. Sie schauten in der PZ-Redaktion vorbei und gaben die weiteren Neuzugänge – einen hat die PZ schon verkündet – für die kommende Saison in der Fußball-Oberliga bekannt. Außerdem sprachen sie über die Ziele mit der runderneuerten Mannschaft. Der Aufstieg in die Regionalliga ist trotz des umgebauten Stadions im Brötzinger Tal kein Thema.

Die Neuzugänge:

Maurizio Macorig: 23 Jahre, Innenverteidiger. Der Deutsch-Italiener kommt von Wormatia Worms (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar). Groß wurde er in der Jugend des VfB Stuttgart. Über die U17, 18, 19 und den FSV Bissingen kam er 2019 nach Worms. „Wir waren schon länger an Maurizio dran und freuen uns jetzt, ihn mit einem Jahr Verspätung beim CfR begrüßen zu können“, sagt Sportvorstand Torsten Heinemann mit einem Augenzwinkern. Macorigs Stärken: Er ist schnell, kopfball- und zweikampfstark. „Außerdem ein echter Mentalitätsspieler. Er gibt immer 180 Prozent“, weiß Sportdirektor Giuseppe Ricciardi.

Tamás Herbály: 23, Rechtsaußen. Der ungarische Junioren-Nationalspieler stürmte zuletzt für den TSV Essingen in der württembergischen Verbandsliga. Der 1,84 Meter große Angreifer erzielte in der aktuellen Runde in 20 Spielen zehn Tore. Zuvor war Herbály für den TSV Ilshofen (Verbandsliga) und den TSV Crailsheim (Landesliga) am Ball. „Tamas besticht durch seine Aggressivität und Dynamik“, so Ricciardi. „Er ist eine echte Frohnatur. Auf dem Platz bissig, außerhalb ein extrem positiver Typ“, ergänzt Heinemann.

Robin Münst: 20, Mittelfeld. Ein Toptalent. Vor allem nach seinen vier Treffern beim 5:4-Sieg im Testspiel gegen die Stuttgarter Kickers wurde der Spieler der SKV Rutesheim von allen Topteams der Oberliga gejagt. Jeder wollte sich das Juwel sichern. Der CfR bekam nun den Zuschlag. „Er hat ein Riesenpotenzial. Wir werden ihm die Zeit geben, sich bei uns weiterzuentwickeln“, blickt Ricciardi voraus, der den ehemaligen Juniorenspieler des VfB Stuttgart auf der 8er-Position sieht.

Marco Rienhardt: 21 Jahre, Angreifer. Der 1,90-Meter-Mann kommt vom Oberligakonkurrenten FSV Bissingen. „Trotz seiner Körpergröße ist er extrem schnell“, weiß Ricciardi, der den Neuzugang gerne mit „dem jungen Mario Gomez“ vergleicht. „Er geht die langen Wege, ihm kann man die Bälle in die Tiefe spielen.“

Philipp Strobel: 22, Mittelfeldspieler. Der 22-jährige Linksfuß kommt vom bayerischen Regionalligisten FV Illertissen. In der Jugend spielte er zwei Jahre in England beim FC Southampton. Aufgrund seines Studiums an der FH in Pforzheim war Strobel auf Vereinssuche. Nach einem Probetraining entschied er sich für den CfR. „Als Regionalligaspieler ist er natürlich technisch stark, er hat die Ruhe am Ball und ist variabel einsetzbar“, freut sich Ricciardi auf den „Zehner“.

Yusuf Tirso: 19, Torwart. Von der U19 der SG Sonnenhof Großaspach wechselte er vergangenen Sommer zum SV Sandhausen II. Das Torwarttalent soll Druck auf die Nummer eins, Manuel Salz, ausüben. „Er hat das Potenzial, nicht nur Backup-Keeper zu sein“, sagt Heinemann.

Lukas Böhm: 24, Angreifer, kommt von der Spvgg Neckarelz (wir berichteten). „Mit seinen in der aktuellen Runde erzielten zwölf Toren in 20 Spielen hat er schon bewiesen, was er drauf hat“, so Ricciardi.

Die Abgänge

Publikumsliebling Joao Tardelli, der zuletzt nicht mehr zu den Stammspielern gehörte, wechselt zum SV Huchenfeld (wir berichteten). Eine feste Größe war hingegen Julian Grupp. Der Mittelfeldspieler wechselt zum Ligakonkurrenten SGV Freiberg, der für die kommende Runde kräftig aufrüstet (siehe Kasten). Patrick Huckle, Ilias Soultani und Torhüter Lukas Mai (alle Ziel unbekannt) verlassen ebenfalls den Fusionsverein.

Warum hat der CfR kein einziges Talent aus Pforzheim und der Region verpflichtet?

Aus der eigenen Jugend stößt Levin Hutmacher zum Kader. Aus der Region gebe es hingegen keine Spieler, die für den CfR interessant gewesen wären, meinen die beiden CfR-Verantwortlichen.

Wie lautet das Saisonziel für die kommende Saison?

Ricciardi: „In dieser Runde spielten wir gegen den Abstieg, nächste Saison soll das nicht mehr der Fall sein.“ Der Sportdirektor hält also den Ball flach. Dabei haben die Pforzheimer Fans im Zuge des umgebauten Stadions im Brötzinger Tal doch so große Sehnsucht nach der Regionalliga. „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen“, entgegnet Ricciardi. „In der Oberliga gibt es Vereine, die mit rund 1,2 Millionen das Vierfache unseres Etats haben. Der Aufstieg ist also für uns kein Thema. Wir wollen vernünftig etwas aufbauen.“

Torsten Heinemann ergänzt: „Wir haben die Mannschaft ex-trem verjüngt. Den Spielern muss man Zeit geben. Und ich bin mir sicher, dass wir in zwei, drei Jahren eine richtig starke Mannschaft auf dem Platz haben werden. Dennoch werden uns die Jungs auch jetzt schon mit attraktivem Fußball begeistern. Unser primäres Ziel war es, eine ordentliche Sportanlage zu haben. Die haben wir jetzt. Jetzt machen wir den nächsten Schritt und formen eine starke Truppe. Dafür geben wir uns Zeit. Wir müssen nicht gleich vorne mitspielen. Wir wollen vernünftig wachsen. Wir sind quasi mehr Union Berlin als Hertha BSC. Sprich: Wir können jeden schlagen, müssen es aber nicht!“