Pforzheim. Bereits 90 Minuten vor Trainingsbeginn sieht man die ersten Handballer der Drittligamannschaft sowie des A-Jugend-Bundesligateams der SG Pforzheim/Eutingen vor der Konrad-Adenauer-Halle. Zu diesem Zeitpunkt ist der Arbeitstag der medizinischen Abteilung um Claudia Volkmann, Cornelia Meißner und Wolfgang Schlögl sowie deren Helfer Max Volkmann und Bastian Meißner schon 30 Minuten alt.
Sie treffen Vorbereitungen für die Durchführung von Corona-Schnelltests. Inklusive Trainer- und Betreuerstab müssen über 20 Tests pro Mannschaft durchgeführt werden und das Testergebnis muss vor Trainingsbeginn vorliegen. Nur mit negativem Testergebnis geht es dann für die Spieler in den Kabinentrakt.
Für den Verein ist das eine immense logistische und finanzielle Herausforderung. „Bis Saisonende ergibt das einen fünftstelligen Betrag“, rechnet SG-Vorsitzender Jörg Lupus vor. Im Vorstandskreis der SG gab es dazu aber keine zwei Meinungen. „Die Gesundheit unserer Spieler steht an erster Stelle und ist auch unser Kapital. Zudem tragen wir als Arbeitgeber auch eine hohe Verantwortung“, so SG-Hygienebeauftragter Ulf Meißner, der davon ausgeht, seine in der Pandemie entstandene Aufgabe länger ausüben zu müssen, als erwartet. Auch die Abnahme der Tests folgt einem durchdachten Konzept. Spieler dürfen sich nicht begegnen, die eigens hierfür ausgebildete medizinische Abteilung benötigt entsprechende Schutzkleidung und im Falle eines positiven Tests müssen die Räumlichkeiten gewechselt werden.
Die SG führt jede Woche zwei Tests durch. Sollte der Spielbetrieb wieder laufen, muss der zweite Test sechs Stunden vor dem Spiel gemacht werden. Das bedeutet, dass der Treffpunkt früher ist. Sollte ein Schnelltest positiv sein, wird 90 Minuten später ein zweiter durchgeführt. Ist auch dieser positiv, wird der Spieler von der Mannschaft isoliert und muss in Quarantäne.
Große Erleichterung herrschte zum Trainingsstart in dieser Woche bei allen Beteiligten der SG. Sowohl bei der A-Jugend als auch den Männern gab es nur das, was Trainer Alexander Lipps gerne im Spielbetrieb vermeiden möchte: negative Ergebnisse.


