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Das Duell an der legendären ZDF-Torwand entschied Kevin Lang (rechts) gegen Max Eberl mit 2:1 für sich.  Foto: Fellhauer 

„Das war schon eine Mordsgaudi“ - Kevin Lang vom FC Baden Darmsbach beim ZDF-Torwandschießen

Kevin Lang, Spielführer des B-Ligisten FC Baden Darmsbach, spricht im PZ-Interview über die Reaktionen nach seinem Sieg beim ZDF-Torwandschießen gegen Max Eberl.

Ein B-Klassen-Kicker besiegt den Sportchef eines Champions-League-Achtelfinalisten – das gibt es nicht alle Tage. Kevin Lang hat es geschafft. Am Samstag im „Aktuellen Sportstudio“ zeigte der Spieler des FC Baden Darmsbach Gladbachs Sportdirektor Max Eberl, wie man auf die legendäre Torwand schießt. Eberl traf einmal unten. Kevin Lang in Jeans und weißen Turnschuhen machte es spannend und versenkte den ersten und den dritten Schuss oben links aus sieben Meter Entfernung ins 55 Zentimeter große Loch. Innerlich ballte der 22-jährige Birkenfelder die Faust, die Teamkollegen daheim am Fernseher rasteten völlig aus.

PZ: Wie fühlt es sich an, einen Champions- League-Teilnehmer zu schlagen?

Kevin Lang: Das fühlt sich natürlich sensationell an, schließlich habe ich damit gar nicht gerechnet. Mein Ziel war, wenigstens einen rein zumachen und beim Warmschießen hinter dem Studio hat es auch unten super geklappt. Oben dafür nicht. Im Duell gegen Max Eberl lief es dann genau andersherum super für mich.

Max Eberl hatte unten einen Treffer vorgelegt. Was war Ihre Taktik dann für oben? Da haben Sie ja dann zweimal getroffen?

Für das obere Loch gibt es keine Taktik. Für unten schon. Der Ball muss vor dem Loch kurz einmal flach aufspringen, dann findet er auch seinen Weg über die kleine Kante am Boden. Leider hat das am Samstag bei mir nicht funktioniert, sonst hätte ich vermutlich noch höher gewonnen.

Mit Ihren zwei Treffern sind Sie besser als Pelé oder auch Marco van Basten. Die beiden trafen nämlich kein einziges Mal bei ihren Auftritten im „Aktuellen Sportstudio“ an der Torwand. Sie fuhren also vermutlich mit breiter Brust von Mainz nach Hause?

Absolut! Ich habe mehr erreicht, als ich wollte. Schade, dass keine Zuschauer im Studio waren.

Konnten Sie dann wenigstens mit Ihrer Freundin Anna-Lena Fellhauer, Max Eberl und Moderator Jochen Breyer im stillen Kämmerlein ein wenig feiern?

Leider nicht. Wegen Corona gab es dazu keine Möglichkeit. Wir saßen allerdings vor und nach der Aufzeichnung im VIP-Raum zusammen. Max Eberl ist ein wahnsinnig sympathischer Typ. Ein sehr bodenständiger Zeitgenosse. Wir kamen gleich ins Gespräch.

Wie waren die Reaktionen daheim von den Teamkollegen?

Die haben alle daheim vor dem Fernseher mitgefiebert. Jeder für sich natürlich. Einige haben spontan ein Trinkspiel veranstaltet. Sprich, wenn ich nicht getroffen habe, spülten sie zwei Schnaps runter. Zum Glück habe ich zweimal getroffen, so waren alle hinterher noch normal. Die Bilder in der Whatsapp-Gruppe waren zum Schießen. Die ganze Nacht hat mein Handy vibriert. Das war schon eine Mordsgaudi. Meine Eltern und Schwiegereltern habe ich natürlich auch gleich kontaktiert.

Wie viele Einladungen von Bundesligaclubs zu einem Probetraining sind mittlerweile bei Ihnen eingegangen?

(lacht) Bisher leider noch keine.

Also doch erstmal zum FC Nöttingen, so wie es Kai Rebmann, Pressechef des FC Baden Darmsbach, vor dem Torwandschießen vorschlug?

Das ist wohl der vernünftigere Weg (lacht).

Im kommenden Jahr treten Sie dann im Finale gegen alle Kandidaten an, die ebenfalls siegreich an der Torwand waren ...

Das wird wohl Ende Mai/Anfang Juni sein. Die 25 000 Euro Siegprämie würde ich gerne mitnehmen.

Wie halten Sie sich bis dahin fit? Wünschen Sie sich zu Weihnachten eine Torwand?

Unterm Weihnachtsbaum wird sie wohl nicht liegen. Aber ich überlege ernsthaft, mir selbst eine Torwand zu bauen. Bisschen üben, kann nicht schaden.

Dominique Jahn

Dominique Jahn

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