Karlsruhe. Nachdem der Karlsruher SC den Platz zuletzt sechs Mal hintereinander als Verlierer verlassen hat und auch schon über neun Stunden (544 Minuten) ohne Torerfolg ist, lastet großer Druck auf dem Zweitliga-Vorletzten. „Es ist ein richtungsweisendes Spiel, das müssen wir offen und ehrlich ansprechen“, sagte Christian Eichner am Freitag. Dabei richtete der Nachfolger des beurlaubten Trainers Alois Schwartz den Blick auf die Partie gegen Mitaufsteiger VfL Osnabrück an diesem Sonntag (13.30 Uhr/Sky).
Daniel Gordon steht Eichner wieder zur Verfügung: Der Innenverteidiger saß zuletzt eine Gelbsperre ab. Vor einer Woche beim Hamburger SV (0:2) zeigte sein Vertreter Christoph Kobald eine vielversprechende Leistung. „Es gab daher unter der Woche die Überlegung, eine Lösung mit allen drei Verteidigern zu finden“, verriet Eichner.
Verzichten muss er erneut auf Verteidiger Damian Roßbach (Rotsperre). Ihn ersetzte im HSV-Spiel Dirk Carlson. Mit Carlson als Teil der Viererkette war Eichner ebenso zufrieden wie mit Alexander Groiß im defensiven Mittelfeld. Gegen Osnabrück fällt zudem KSC-Stürmer Marco Djuricin aus, der im Training einen Schlag aufs Knie bekommen hat. Das könnte vier Wochen Pause bedeuten.
Als persönliches Schicksalsspiel will Eichner den ersten Auftritt im Wildpark, bei dem er die Verantwortung trägt, nicht sehen. „Es hört sich vielleicht komisch an, aber ich empfinde im Moment hier den wenigsten Druck“, sagte der 37-Jährige, der gerade seinen Fußball-Trainerschein macht. Sportdirektor Oliver Kreuzer bekräftigte, „dass wir die weiteren Spiele mit Christian Eichner angehen. Und eventuell auch länger.“ Er sehe bei den Spielern eine andere Körpersprache unter Eichner.
Der betrachtet es in erster Linie „als großes Privileg den KSC als Cheftrainer repräsentieren und mit der Mannschaft arbeiten zu dürfen“. Allerdings ist die Annahme, dass das dritte Pflichtspiel unter Eichners Regie für den früheren Linksverteidiger ein Endspiel sein könnte, nicht weit hergeholt. „Nein – um Gottes Willen“, sagt jedoch Kreuzer. „Das ist weder für Christian Eichner noch für den KSC ein Endspiel.“ Es gebe schließlich noch wichtige Spiele.
Heimsieg ist Pflicht
Osnabrück zählt zweifelsohne zu den Mannschaften, gegen die der KSC eigentlich gewinnen muss, um den Klassenverbleib noch zu erreichen. Auch in einer Woche im nordbadischen Derby beim SV Sandhausen sowie am Freitag, 28. Februar, zuhause gegen den 1. FC Nürnberg sollten am Besten drei Punkte her.
Der Gegner aus Niedersachsen ist Tabellenneunter: Osnabrück hat sieben Zähler mehr auf dem Konto, als der KSC, der es bisher auf 20 Punkte bringt und im Hinspiel übrigens mit 0:3 unterlag.
Mögliche KSC-Aufstellung: Uphoff – Stiefler, Gordon, Pisot, Carlson – Groiß, Gondorf – Ben-Hatira, Wanitzek, Lorenz – Hofmann

