Am Boden: Der VfB mit Kapitän Christian Gentner (links) konnte den FSV Mainz mit Robin Quaison (rechts) nicht stoppen. Als Einwechselspieler konnte Rückkehrer Daniel Didavi keine Akzente setzen. Foto: Frey
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Dem VfB Stuttgart gelingt es nicht, selbst das Spiel zu machen
  • Florian Huber

Stuttgart/Mainz. Benjamin Pavard saß vor der Stuttgarter Mannschaftskabine und unterhielt sich angeregt auf Französisch mit Chadrac Akolo. Vielleicht plauderte der Weltmeister über die Mühen des Umziehens, vor kurzem ist der 22-Jährige innerhalb Stuttgarts umgezogen.

Er hat eine neue Bleibe gefunden, wenn auch sicherlich nicht mit einem Mietvertrag über den Sommer 2019 hinaus.

Sein Arbeitgeber ist dagegen nach den ersten 180 Pflichtspielminuten mit dem 0:2 bei Hansa Rostock im DFB-Pokal und nun dem Bundesliga-0:1 beim FSV Mainz noch auf der Suche. Nach einer erfolgreichen Spielweise, dem richtigen Personal dafür – und nach Punkten.

Was für eine Spielweise passt denn nun zum neuen VfB, der vor allem sein spielerisches Niveau durch die Neuzugänge eigentlich stark verbessert haben sollte?

Selbst das Spiel machen, Dominanz in Tore zu verwandeln, das klappt noch nicht. Zu sehen war das am Sonntag zum zweiten Mal. In der so erfolgreichen Rückrunde konterte sich der VfB zuletzt meist abwartend zum Erfolg, überließ dem Gegner alles – außer das Toreschießen. Und jetzt? Hat dieser neue VfB sichtbar große Probleme, so erfolgreich aufzutreten wie der alte VfB der Vorsaison.

„Es ist wichtig, dass wir intern die Ruhe bewahren“, sagt Christian Gentner. Man müsse sich darauf besinnen, was das Team in der Rückrunde stark gemacht habe. „Da waren wir keine Hurra-Truppe“, befand der Kapitän. Das sommerliche Hurra im Umfeld war groß angesichts der namhaften Neuverpflichtungen. Und jetzt? Kein Torjubel nach 180 Pflichtspiel-Minuten. Und am Samstag kommt nun der große FC Bayern.

Suche nach dem Rhythmus

„Wir brauchen noch Zeit, um den Rhythmus zu finden. Der eine oder andere Spieler ist noch nicht bei 100 Prozent“, sagte VfB-Sportvorstand Michael Reschke. Pavard kann er nicht gemeint haben. Der Weltmeister war nach noch nicht einmal zwei Wochen Mannschaftstraining bester Stuttgarter.

„Es ist eine Qualität, dass der Kader sehr gut und ausgeglichen besetzt ist“, sagte Reschke – wie inzwischen schon oft. Er weiß: „Es liegt ein harter Weg vor uns.“ Gleich vier Stuttgarter, die schon den Adler auf der Brust trugen (U21 oder A-Nationalelf) saßen in Mainz auf der Bank: Dennis Aogo, Timo Baumgartl, Daniel Didavi und Andreas Beck. Für die Jungen wie Neuzugang Marc Oliver Kempf (23 Jahre), Anastasios Donis (21) oder Berkay Özcan (20) war nicht einmal dort Platz. Die Puzzelei ist nicht einfach für Trainer Tayfun Korkut. Besonders spannend ist, wie er mit Verteidiger Holger Badstuber umgeht, der zweimal entscheidend patzte.

Sicher ist: Spieler werden noch verliehen, um andernorts zum Einsatz zu kommen. Bei der Frage nach einem Umzugsunternehmen kann sie Pavard beraten.