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Oft auf sich allein gestellt war beim KSC Anton Fink (rechts Özgür Özdemir).  GES
Oft auf sich allein gestellt war beim KSC Anton Fink (rechts Özgür Özdemir). GES
20.09.2017

Der Fortschritt ist noch nicht messbar beim Karlsruher SC

Karlsruhe. Nach dem Schlusspfiff passierte in der gut gefüllten Gästekurve Merkwürdiges. Während viele Fans den niedergeschlagenen Karlsruher Fußballern mit Applaus Mut zusprachen, beschimpften einige hundert die Mannschaft. Die Wut war nach diesem Abend nicht nachzuvollziehen, denn was wollte man den Karlsruher Spielern nach dem 0:1 bei der SG Sonnenhof Großaspach vorwerfen?

Die einzige Unachtsamkeit die Daniel Hägele nach einem verlorenen Kopfballduell von David Pisot zum Tor des Tages nutzte (79.)? Die Tatsache, dass der KSC in der ersten Spielhälfte keine der vielen Chancen genutzt hatte?

All das wird intern aufzuarbeiten sein, aber die Wut in der Kurve, die bestens zum Tenor in manchen Internet-Foren passte („Versager“, „Schande für den Verein“), konnte eigentlich niemand begreifen, der gesehen hatte, dass es beim KSC weder am Willen, noch am Einsatz, noch an der spielerischen Qualität lag. Die Badener waren vor allem im ersten Durchgang drückend überlegen, zeigten die bis dato beste Saisonleistung und dabei richtig guten Fußball – defensiv wie offensiv. Die Innenverteidigung um Pisot und Daniel Gordon stand – bis auf die Situation vor dem fatalen Gegentreffer – gut. Die beiden Außenverteidiger hatten eine gute Balance zwischen Defensive und Offensive, wobei vor allem der zu Saisonbeginn wacklige Jonas Föhrenbach auf der linken Seite überzeugte. Einziger Wermutstropfen: Erneut war Anton Fink im Sturm zu oft auf sich alleine gestellt, weil Kollege Dominik Stroh-Engel nicht die nötigen Laufwege machte und spätestens nach einer Stunde weitgehend ausfiel. „Dominik fehlt noch der Rhythmus“, betonte Trainer Alois Schwartz: „Wir dürfen nicht vergessen, dass er in den letzten zwei Jahren kaum Einsätze hatte.“

Die Alternativen auf dieser Position sind dünn gesät. Oskar Zawada, ist nach diversen Verletzungen ebenso wenig voll einsatzfähig wie Fabian Schleusener, der nach einem Kreuzbandriss im Januar noch ein paar Wochen brauchen wird, ehe er dauerhaft über 90 Minuten spielen kann.

Indes holte Großaspach den zuletzt vereinslosen Offensivspieler Taxiarchis Fountas. Der 22-Jährige stand bis zum Sommer bei Österreichs Meister RB Salzburg unter Vertrag, gehörte aber zum Team von Panionios Athen.