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Jubel nach dem 1:0 für den CfR: Joao Tardelli und Fatih Özge (rechts) freuen sich mit dem Torschützen Dominik Salz. Foto: Becker

Der dreifache Salz: 1. CfR Pforzheim gegen Normannia Gmünd in Torlaune

Es geht doch mit dem Toreschießen. Nach dem 4:4 gegen den SV Linx am Ostersamstag gewann der 1. CfR Pforzheim am Mittwochabend im Nachholspiel gegen den FC Normannia Gmünd mit 4:0 (2:0). Der Knoten im Offensivspiel des Oberligisten, der zuletzt oft wegen seiner Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Tor kritisiert wurde, scheint geplatzt zu sein.

„Ich bin unheimlich glücklich und freue mich über diesen Sieg“, strahlte der dreifache Torschütze Dominik Salz nach der Partie im Stadion Holzhof. „Ich bin einfach nur erleichtert. Wir haben diesmal sehr effektiv gespielt und der Sieg geht auch in dieser Höhe in Ordnung“, sagte ein zufriedener CfR-Trainer Gökhan Gökce. Die Frage, warum seine Mannschaft plötzlich so viele Tore macht, konnte er nicht beantworten. „Wir haben eigentlich nichts Besonderes gemacht“, lächelte Gökce in der Pressekonferenz.

Gegen den in der Offensive harmlosen Abstiegskandidaten aus Gmünd traf Dominik Salz in der 14., 35. und 57. Minute. Es waren seine Saisontore sieben bis neun. Das 3:0 markierte der sehr agile Kreshnik Lushtaku in der 48. Minute. Für Gmünd war es nach dem 1:5 gegen Freiberg und dem 1:4 gegen Ravensburg die dritte Klatsche in Folge. „Über die 90 Minuten geht der Sieg des CfR auch in dieser Höhe in Ordnung“, urteilte Gmünds Trainer Holger Traub nach der Partie.

Beim CfR rückte Fatih Özge für den gesperrten Bogdan Cristescu in die Innenverteidigung und machte seine Sache ausgezeichnet. In der Offensive wirbelten vor allem Dominik Salz und Kreshnik Lushtaku. Das 1:0 machte Salz im Anschluss an eine Ecke von Fatih Ceylan. Beim 2:0 schloss er einen Konter über die rechte Seite nach einer flachen Hereingabe von Johnathan Zinram ab. Beim 3:0 nach dem Seitenwechsel gab Salz dann einmal den Vorbereiter. Seine Vorlage von rechts verwandelte Lushtaku per Kopf zum 3:0. Dann war wieder Lushtaku an der Reihe, für Salz auszulegen. Eine feine Flanke von der linken Seite köpfte Salz sehr überlegt zum 4:0 in die Manschen. „Wir haben auch die Fehler des Gegners diesmal eiskalt ausgenutzt. Jetzt hoffe ich, dass wir diese Leistung auch am Samstag in Backnang abrufen können“, so Salz. Über die drei Tore seines Kapitäns freute sich auch Gökhan Gökce sehr. „Er hat zuletzt so viel versiebt. Aber wenn man ihn braucht, dann ist er da“, lobte der Trainer seinen Kapitän.

So war die Situation vor dem Duell 1. CfR Pforzheim - Normannia Gmünd:

Das jüngste 4:4 gegen den SV Linx war ein Spiegelbild der gesamten Rückrunde, in der Freud und Leid dicht beieinander liegen. Gegen Gmünd sollte daher unbedingt ein Sieg her. Da sind sich CfR-Coach Gökhan Gökce und Sportvorstand Torsten Heinemann einig. „Alles andere als ein Heimsieg wäre eine große Enttäuschung“, sagte Gökce vor dem Spiel. „Da muss ein Sieg her, da gibt es keine Ausreden“, ergänzte Heinemann und fügte hinzu: „Auch, um auf der ganz sicheren Seite zu sein.“ Denn der CfR könnte, wenn die Negativserie so weitergeht, sogar noch in die Abstiegszone rutschen.

Warum läuft es nicht mehr bei dem Verein, der im Februar noch nach oben schielte? Heinemann nimmt die Mannschaft in Schutz, räumt aber ein, dass vielleicht die Hierarchie fehlt, ein absoluter Führungsspieler, der die Mannschaft mitreißt. So wie das in der Hinrunde Hakan Aslantas war. Der Türke wechselte aber in der Winterpause zurück in die türkische Profiliga und hinterließ eine große Lücke. Heinemann betont auch, dass die Mannschaft seit vielen Monaten sehr große Geduld aufbringe mit „der schlechtesten Infrastruktur der Oberliga.“ Dieser Einwand gilt in der kommenden Saison nicht mehr, wenn der Verein, wie geplant, ins umgebaute Stadion Brötzinger Tal umzieht.

Dass die Moral in der Mannschaft stimmt, will Heinemann beim jüngsten Spiel gegen Linx erkannt haben, als man in Unterzahl aus einem 2:4 noch ein 4:4 machte. „Schlecht war natürlich, dass wir die 2:0-Führung durch individuelle Fehler aus der Hand gegebne haben“, so Heinemann. Der gegen Linx wegen einer Tätlichkeit vom Platz gestellte Innenverteidiger Bogdan Cristescu fehlt im heutigen Spiel gegen Gmünd.