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Voll reinhängen wird sich SG-Kreisläufer Philip Schückle (vorne) sicher auch gegen den TV Bretten.   Gössele, PZ-Archiv
Voll reinhängen wird sich SG-Kreisläufer Philip Schückle (vorne) sicher auch gegen den TV Bretten. Gössele, PZ-Archiv
10.09.2015

Derby in der Oberliga: SG Pforzheim erwartet TV Bretten - TGS unter Druck

Beim Handball-Drittligisten TGS Pforzheim ist man nach den beiden ersten Spieltagen ernüchtert. Trotz vielversprechender Neuzugänge gab es zwei Niederlagen, auch wenn es mit den verletzungsbedingten Ausfällen von Christian Heuberger und Filip Prsa eine Erklärung gibt. Einen kompletten Fehlstart gilt es nunmehr am Samstag beim SV 64 Zweibrücken mit aller Kraft zu verhindern.

Eine Spazierfahrt wird die Fahrt in die Westpfalz nicht, denn der Gastgeber, der als Siebter der Westgruppe in den Süden wechselte, gilt als Truppe mit Biss, was schon die bisherigen zwei Auftritte (29:31-Heimniederlage gegen Balingen/Weilstetten II und ein 26:25-Ausswärtssieg beim TV Großsachsen) zeigen. Dies ist umso beachtlicher, da die Pfälzer den Weggang von gleich vier Leistungsträgern, darunter auch ihrer beiden Jugendnationalspieler Jerome Müller (dieser markierte in der abgelaufenen Saison 185 Tore in der 3. Bundesliga) und Björn Zintel wegsteckten.

Die beiden Niederlagen wurden bei den Turngesellen in dieser Woche gründlich analysiert. Dass 66 Gegentreffer bei zwei Keepern wie Jonathan Binder und Daniel Sdunek nicht akzeptabel sind, ist augenscheinlich: Vor allem die Lücken, die Kronaus Routiniers Abt und Ganshorn im Mittelblock der Pforzheimer fanden, sind fortan zu schließen. Schon aus diesem Grunde wäre es ganz wichtig, wenn Christian Heuberger am Samstag wieder mit von der Partie sein könnte. Aber auch Schwächen in der Rückwärtsbewegung waren gegen Kronau nicht zu übersehen. Dies muss umgehend anders werden, denn auch in Zweibrücken müssen sich die Roten auf einen Gegner einstellen, der die schnelle Mitte und die erste Welle praktiziert.

In der Oberliga Baden-Württemberg hat sowohl die SG Pforzheim/Eutingen mit ihren zwei Auftaktsiegen als auch Gegner TV Bretten mit seinem überraschenden Remis gegen den TV Willstätt kräftig die Werbetrommel für das Derby, das nunmehr doch in der Bertha-Benz-Halle angepfiffen werden kann, gerührt. Die Arbeiten in der Halle sind abgeschlossen, gestern wurde sie gereinigt. Die SG kann am Freitagabend in ihrer neuen Spielstätte trainieren.

„Mit den vier Punkten, haben wir, was wir wollten“, zeigt sich SG-Coach Alexander Lipps mit dem Einstand zufrieden, wenn er bei seiner Mannschaft auch noch Steigerungspotenzial sieht. Vor allem mit dem Rückraum, und hier vor allem mit Kapitän Manuel Mönch, durfte man auch in Kenzingen zufrieden sein. Aber auch Carlo Petruzzi hat gerade in der Phase, in der die Partie auf der Kippe stand, Verantwortung übernommen.

Pforzheim Favorit

Wenn Drasko Mrvaljevic, der seinen Wirkungskreis auch bei seinem zweiten Einsatz überwiegend auf die Abwehr beschränkte, im Angriff integriert ist, dürfte die zweite Reihe der Eutinger für die Kontrahenten gefährlich sein.

Dass die Pforzheimer als Favorit ins Derby gehen, ist unstrittig, wenn sich Aufsteiger Bretten mit dem Teilerfolg gegen Willstätt auch mächtig Selbstvertrauen erarbeitet hat. Dass man den Gegner und dessen Kampfkraft keinesfalls unterschätzen darf, wird Lipps seinen Schützlingen deutlich sagen, auch weil er den Großteil von Brettens Akteuren gut kennt und schon selbst trainiert hat. Mit Ast, Jolibois, Bourlakin, Langjahr, Ingo Catak und Morlock gingen nicht weniger als ein halbes Dutzend der Brettener Akteure durch die Eutinger Handballschule.

Und auch deren Trainer Sandro Catak hat einst auf dem Buckenberg das Handball-Abc erlernt.

Dass mit Max Schwarz der Torjäger der Aufstiegssaison inzwischen nicht mehr dabei ist, sieht Alex Lipps nicht als Nachteil, „weil eine solche Entscheidung eine Mannschaft noch mehr zusammenschweißt“.