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Gleich voll ins Zeug legen will sich die TGS mit Davor Sruk im ersten Saisonspiel daheim gegen Kornwestheim.  Foto: Ripberger 

Dicker Brocken zum Saisonstart: TGS Pforzheim empfängt Salamander Kornwestheim

Pforzheim. Mit dem Saisonauftaktspiel gegen Salamander Kornwestheim steigt für Handball Drittligist TGS Pforzheim am Samstag, Spielbeginn 19 Uhr in der Bertha-Benz-Halle, gleich eine Schlüsselbegegnung. Mit den „Lurchies“ aus dem Kreis Ludwigsburg liefern sich die Pforzheimer schon seit Jahren ganz heiß umkämpfte Duelle, zunächst zumeist mit hauchdünnen Siegen der TGS, in den letzten beiden Spielrunden hat sich das Salamander-Team, das in der Saison 2017/2018 als Meister auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga verzichtete, allerdings dreimal bei vier Aufeinandertreffen durchgesetzt.

Die 2. Bundesliga ist für die Handballer aus der Pforzheimer Nordstadt in dieser Saison auch Thema, zwar nicht als ein Muss, nachdem sich die Mannen um Kapitän Florian Taafel, die in der Vorsaison genauso wie der Vizemeister Rhein-Neckar Löwen II im Endklassement 40:20 Zähler aufwiesen, mit Max Schwarz und Michael Oehler vom Erstliga-Absteiger BBM Bietigheim und Nikolai Gerstner von der SG Pforzheim/Eutingen nachhaltig verstärkten, aber ein durchaus reelles Saisonziel.

Riss im Schienbein

Mit Michael Oehler fällt allerdings gleich einer der neu verpflichteten Hoffnungsträger aus. Bei dem Rechtshänder, der bei TuS Schutterwald sein Handball-Abc erlernte, wurde die Fußverletzung zwischenzeitlich als Riss im Schienbein diagnostiziert. Er hat zwar mittlerweile wieder mit dem Training auf dem Ergometer begonnen, wird wohl aber noch einen Monat ausfallen.

Mit einer vierwöchigen Zwangspause muss auch bei Fabian Dykta kalkuliert werden. Der Linkaußen, der sich in der vergangenen Spielrunde als Torschütze in den „Club der Hunderter“ hocharbeitete, zog sich im DHB-Pokalspiel mit dem Bergischen HC bereits in der Anfangsphase einen Muskelfaserriss zu. Für ihn wird Lukas Salzseeler wieder in die Bresche springen müssen, der im Treffen mit den Bergischen als Dykta-Ersatz nicht nur wegen seiner drei Treffer gefiel. Im Spiel mit Kornwestheim steht ihm freilich eine ganz heikle Aufgabe bevor, weil sein direkter Widerpart mit Peter Jungwirth der torgefährlichste Kornwestheimer Angreifer sein wird. Nicht weniger als 208-mal hat es der Flügelflitzer, der langjährige Erstligaerfahrung beim SC Magdeburg und bei der HSG Wetzlar nachweisen kann, in der abgelaufenen Spielrunde „klingeln“ lassen.

Auf der rechten Angriffsseite des Gegners stürmt mit Christopher Tinti auch ein weiterer torgefährlicher Linkshänder, der mit dem ausgefuchsten Spielmacher Christian Wahl sowie Neuerwerbung Tim Kazmeier, der vom Ligakonkurrenten aus Horkheim in die Schuhstadt wechselte, einen bärenstarken Rückraum komplettiert.

Neben Jungwirth die wurfgewaltige zweite Reihe in den Griff zu bekommen wird am Samstag wohl der Schlüssel zum Erfolg sein. Trainer Michael Rost, der am Samstag erstmals bei einem Pflichtspiel an der Seitenlinie steht, wird dabei wohl mit einer beweglichen 6:0-Abwehr die Laufwege des Gegners einzuengen versuchen.

Aber auch in seinen Angriff hat Michael Rost volles Vertrauen. Vor allem die Männer auf den Kreispositionen verdienten sich im Pokal gute Noten und was die Trefferquote des Rückraumes betrifft, war die Ausbeute von Florian Taafel und seinen Mitstreitern gegen die hünenhafte BHC-Deckung gar nicht so schlecht. „Wir sind gut vorbereitet und freuen uns auf den Start“, sagt Michael Rost.

Vorfreude auf eine spannende Drittliga-Saison

Mit den Aufsteigern TSV Blaustein, TV Plochingen und TV Hochdorf sowie dem HC Erlangen II, der von der Ostgruppe in die Südgruppe wechselte, gibt es zur Saison 2019/20 in der 3. Handball-Bundesliga Süd vier neue Gesichter. Der große Umbruch, der mit der Rückkehr der nordbadischen Teams (SG Leutershausen, TV Großsachsen, SG Nußloch, HG Oftersheim/ Schwetzingen) aus der Ostgruppe und die Reduzierung der bayrischen Vereine erwartet worden war, ist ausgeblieben. Damit steigen zwischen der TGS Pforzheim und den Rhein-Neckar Löwen II in dieser Runde wieder lediglich zwei Nordbaden-Derbys. Mit dem HC Erlangen II stößt nunmehr nach Balingen/Weilstetten II und den Rhein-Neckar

Löwen II eine dritte Perspektivmannschaft eines Bundesligisten dazu, die alle wohl vorne mitmischen werden. Insgesamt darf man was Meisterschaft und Aufstieg betrifft wieder eine ganz spannende Saison erwarten. Neben den drei Perspektivteams – die nicht aufsteigen dürfen – wird vor allem die TGS Pforzheim aufgrund der vorjährigen Platzierung und der personellen Verstärkungen hoch gehandelt. Aber auch Mannschaften wie die HG Saarlouis, TSB Horkheim, TuS Dansenberg oder Salamander Kornwestheim spielen in den Meisterschaftsspekulationen eine Rolle. Kurz und knapp: Die Südgruppe der 3. Liga steht wieder vor einer packenden Saison. Wie in der abgelaufenen Runde dürfte es für die Aufsteiger TSV Blaustein, TV Plochingen und Wiederaufsteiger TV Hochdorf recht schwer werden, sich eine zweite Spielrunde auf Bundesebene zu sichern.