nach oben
Vorfreude: Bei der SG Pforzheim/Eutingen ist man stolz auf die Rückkehr von Torhüter Bastian Rutschmann, der in der Bundesliga auch für die Rhein-Neckar Löwen spielte. Foto: Wolf
Vorfreude: Bei der SG Pforzheim/Eutingen ist man stolz auf die Rückkehr von Torhüter Bastian Rutschmann, der in der Bundesliga auch für die Rhein-Neckar Löwen spielte. Foto: Wolf
Auf seinen Spielmacher Julian Broschwitz muss SG-Trainer Alexander Lipps noch bis zum Jahresende verzichten.Foto: PZ-Archiv/Becker
Auf seinen Spielmacher Julian Broschwitz muss SG-Trainer Alexander Lipps noch bis zum Jahresende verzichten.Foto: PZ-Archiv/Becker
Zu den Abgängen zählt SG-Urgestein Nicolai Gerstner. Foto: PZ-Archiv/Ripberger
Zu den Abgängen zählt SG-Urgestein Nicolai Gerstner. Foto: PZ-Archiv/Ripberger
10.05.2019

Die 3. Liga bleibt das Ziel für die Handballer der SG Pforzheim/Eutingen

Pforzheim. Ein Umbruch ist im Gange: Fünf Spieler sind weg, sieben sind neu im Kader. Die 3. Liga bleibt für die Handballer der SG Pforzheim/Eutingen weiter „Endstation Sehnsucht“. Einmal mehr ist es dem Oberligisten nicht gelungen, den dritten Aufstieg in die dritthöchste deutsche Spielklasse zu schaffen. Erst plagte das Team von Trainer Alexander Lipps eine Heimspiel-Phobie – die ersten vier Begegnungen der Saison in eigener Halle gingen verloren. Dann hatte man sich herangekämpft, kam aber von der Erfolgsspur ab, als das Verletzungspech große Lücken in den Kader riss. Jetzt steht der nächste Anlauf an. Die PZ zieht eine Saisonbilanz und wirft auch den Blick voraus.

Wie ist Platz fünf in der abgelaufenen Saison einzuschätzen?

Unterm Strich ist das zu wenig, aber unter den gegebenen Umständen auch keine Überraschung. „Platz fünf ist nicht die Vollkatastrophe, aber wir haben insgesamt nicht das abgerufen, was wir uns vorgestellt haben“, sagt Alexander Lipps. Dabei will er die Verletzungsmisere nicht immer als Entschuldigung anführen. Das ehrt ihn. Jörg Lupus gestattet sich dennoch diesen Verweis: „Wir konnten in keiner Begegnung die Wunschformation aufbieten. Nur Torhüter Mile Matijevic und mein Sohn Max auf Linksaußen waren in allen Spielen dabei“, rechnet der Vorsitzende vor.

Warum klappte es nicht mit dem Aufstieg?

„Um ganz vorne zu landen, muss man mehr Spiele gegen direkte Konkurrenten gewinnen“, sagt Alexander Lipps. Doch gegen den TSV Blaustein und die TSG Söflingen gab es 1:3 Punkte, gegen die H2Ku Herrenberg und die HSG Konstanz II gar 0:4. „Das war zu wenig“, so der SG-Trainer. Ähnlich sieht es mit dem Tempogegenstoß und der schnellen Mitte aus. Auch da hat die SG noch viel Luft nach oben.

Welche Spieler wurden besonders vermisst?

Ex-Profi Felix Lobedank war eigentlich als Rückraumwerfer fest eingeplant, fehlte dann aber die halbe Spielzeit. Abwehrchef Ingo Catak fehlte fast die ganze Runde. Nikolai Gerstner kämpfte mit einem Knorpelschaden im Knie. Später kam dann für Rückraumspieler Tom Schlögl und Spielmacher Julian Broschwitz mit Kreuzbandrissen das Aus. Damit blieb in der zweiten Reihe zeitweise noch Routinier Manuel Mönch als zuverlässiger Torschütze übrig. Dieses Handicap war am Ende einfach zu groß.

Was ändert sich personell?

Für die SG ist der Umbruch relativ groß, wie Jörg Lupus einräumt. Mit Felix Lobedank (Karriereende), Nikolai Gerstner (TGS Pforzheim), Marius Hufnagel (SG Leonberg), Jan Strehlau (Phönix Sinzheim) und Florian Eitel (Pause/Karriereende) gehen gleich fünf Spieler. Dafür stehen drei hochkarätige Neuzugänge von außerhalb fest, vier Spieler kommen aus der eigenen Jugend. „Die Neuen können Akzente setzen, offensiv wie defensiv“, ist Alexander Lipps überzeugt. Gespannt sein darf man vor allem auf Bundesliga-Torhüter Bastian Rutschmann (derzeit Bergischer HC), der zur SG zurückkehrt. Jörg Lupus nennt diese Personalie „ein Ausrufezeichen“. Für den Rückraum wurden der zweitliga-erfahrene Jan Wörner (TuS Ferndorf) und Jonathan Buck vom Ligarivalen TV Bittenfeld geholt. „Das sind große Spieler, die im Angriff die einfachen Tore machen können“, sagt Lupus. Hinzu kommen aus der eigenen Jugend Vincent Wohlfahrt (Rückraum links), Leon Gerstner (Rückraum Mitte), Nick Kusch (Linksaußen) und Benjamin Löckel (Torhüter). „Ich denke, wir sind schwerer auszurechnen“, glaubt Trainer Lipps.

Wann ist mit der Rückkehr der Langzeitverletzten zu rechnen?

Tom Schlögl könnte schon wieder im Mannschaftstraining sein, wenn im September die neue Saison beginnt. Aber Alexander Lipps will seinen jungen Rückraumspieler „vorsichtig aufbauen“. Bei Julian Broschwitz dauert es mit Bestimmtheit noch länger, der SG-Spielmacher wird erst zum Jahreswechsel zurückerwartet. Bis dahin setzt das Team auf der Spielmacherposition auf die Talente Leon Gerstner und Paul Lupus. Möglicherweise kommt auch noch ein Neuzugang. „Wir suchen nicht aktiv, aber vielleicht ergibt sich ja was“, sagt Jörg Lupus.

Mit welchen Konkurrenten ist in der kommenden Saison im Aufstiegsrennen zu rechnen?

Das kommt auch darauf an, wie die Entscheidungsspiele um Auf- und Abstieg enden. Zunächst hofft Alexander Lipps darauf, dass mit dem TSV Blaustein und dem TV Plochingen die beiden Spitzenteams der Oberliga aufsteigen. Von oben kommt neben dem TVS Baden-Baden, der in der 3. Liga völlig unterging, noch der TSV Neuhausen oder der TV Willstätt. Bei beiden rechnet Lipps mit einer Mannschaft, die einen drittligatauglichen Kader hat. Auch mit dem talentierten Team der HSG Konstanz II, der SG Köndringen/Teningen und der vergangene Saison von Verletzungen geplagten H2Ku Herrenberg rechnet Lipps. Immerhin gibt es nächstes Jahr wieder zwei feste Aufsteigerplätze und nicht, wie in dieser Saison, nur zwei Plätze für die Aufstiegsspiele.